«Keiner ist in der Lage, Kittel Mann gegen Mann zu schlagen»

Marcel Kittel hat die 10.-Tour-de-France-Etappe gewonnen. Der Brite Chris Froome hält das Maillot Jaune.

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Marcel Kittel war auch in der 10. Etappe der Tour de France nicht zu bezwingen. Am Ziel in Bergerac im Südwesten Frankreich sahen die Gegner erneut nur sein Hinterrad. Leader Chris Froome verbrachte einen ruhigen Tag.

Nach der harten Bergetappe vom Sonntag und einem verdienten Ruhetag waren auf dem 178 km langen Teilstück durch das Département Dordogne wieder die tollkühnen Männer mit den Sprinter-Waden gefragt. Unter denen ragt einer ganz besonders heraus: Marcel Kittel, der 29-jährige Deutsche aus Erfurt in Thüringen. Im fünften Massensprint dieser 104. Tour de France errang er seinen vierten Sieg.

«Marcel ist auf einem anderen Planeten»

Am letzten Freitag hatte Kittel noch Glück benötigt und im Fotofinish nur dank sechs Millimetern gewonnen. Den neuesten Erfolg aber fuhr er wieder in absolut souveräner Manier ein. Aus seinem belgischen Team Quick Step konnte er im Finale einzig auf seinen italienischen Helfer Fabio Sabatini zählen, doch in seiner derzeitigen Form kann Kittel auch im Alleingang gewinnen.

Sein Landsmann John Degenkolb, der ihm noch am nächsten kam, lag am Ende gleich mehrere Längen zurück und anerkannte: «Marcel ist im Moment auf einem anderen Planeten, was Explosivität und Schnelligkeit angeht. Keiner ist in der Lage, ihn Mann gegen Mann zu schlagen.»

«Und nun bin ich deutscher Rekordsieger»

Bei insgesamt 13 Siegen in der Tour de France ist Kittel jetzt angekommen, womit er alleiniger deutscher Rekordhalter ist. Erik Zabel hatte es von 1996 bis 2001 auf ein Dutzend Erfolge gebracht. «Ich kann es kaum glauben. Zu Beginn meiner Karriere hatte ich nicht gedacht, auch nur ein einziges Mal gewinnen zu können. Und nun bin ich deutscher Rekordsieger», staunte Kittel über sich selbst.

Vier Etappensiege in einer einzigen Tour schaffte Kittel bereits 2013 und 2014. Nun will er natürlich mehr. Auch die Etappe vom Mittwoch dürfte eine Angelegenheit für die Sprinter werden. Das 203,5 km lange Teilstück führt nach Pau an den Fuss der Pyrenäen.

«Ruhig, nicht viel Wind und kein Stress»

Zudem liegt der Deutsche besser denn je auf Kurs, das Punkteklassement ein erstes Mal zu gewinnen. Nach dem Out des Franzosen Arnaud Démare (am Sonntag nach Kontrollschluss eingetroffen) ist Kittels Position als Träger des grünen Trikots inzwischen recht komfortabel. Über 100 Punkte liegt er vor dem Australier Michael Matthews.

Die Favoriten auf den Gesamtsieg mussten für einmal nicht so viel leisten. «Ruhig, nicht viel Wind und kein Stress», beurteilte Chris Froome den Tag. Der britische Leader liegt in der Gesamtwertung unverändert mit 18 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Fabio Aru vorne. (fal/oli/sda)

Erstellt: 11.07.2017, 19:42 Uhr

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