«Fuck ASO!»: Armstrong teilt gewaltig aus

Der wegen Dopings aus den Ehrenlisten gelöschte Rekordsieger wirft den Organisatoren der Tour de France Heuchelei vor – und kämpft für Jan Ullrich.

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Dass Jan Ullrich beim Start der Tour de France in Düsseldorf nicht dabei sein darf, hätte eigentlich gewährleisten sollen, dass die Fans den Radsport in einem neuen Licht und als dopingfreie Veranstaltung sehen. Aber nun sprechen doch wieder alle nur von Ullrich und jener Zeit, als das Team Telekom mit systematischem Doping an der Tour glänzte. Nachdem sich schon der deutsche Sprintstar André Greipel sehr deutlich für eine Rehabilitierung des Tour-de-France-Siegers ausgesprochen hatte, blies Lance Armstrong auf Twitter zur Frontalattacke auf den Tour-Veranstalter ASO.

«Für Jalabert, Virenque, Hinault und viele andere wird der rote Teppich ausgerollt, aber Jan wird nicht eingeladen? Pfft. Fuck ASO!», ist auf dem Account des nach Dopingenthüllungen all seiner Tour-Erfolge beraubten US-Amerikaners zu lesen. Fast 2500 Likes sprechen dafür, dass Armstrong mit dieser Sicht der Dinge nicht allein ist.

Ullrich, dessen Gesamtsieg von 1997 nicht aus den Tour-Annalen entfernt wurde, konnte sich nie zu echter Reue durchringen, seine Verstrickungen mit dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes mussten ihm in mühseliger Kleinarbeit nachgewiesen werden. Er habe seine Strafe bekommen, jeder habe eine zweite Chance verdient, erklärte der einstige Posterboy des deutschen Radsports wiederholt.

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Sein Intimfeind heisst Rudolf Scharping. Der frühere (erfolglose) Kanzlerkandidat der SPD sonnte sich einst wie auch der nun streng auf Anti-Doping-Linie befindliche TV-Sender ARD gern in Ullrichs Erfolgen, heute steht er dem Bund Deutscher Radfahrer als Präsident vor. «Ich habe keine Ahnung, wie man das Amt gut ausübt. Scharping übrigens auch nicht», spottete Ullrich. (ak)

Erstellt: 29.06.2017, 11:59 Uhr

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