«Asshole» weggepiepst – US-TV zensiert Wawrinka

Darf man beim Platzinterview Arschloch sagen? Nein, fand der Sportsender ESPN.

In Amerika will man im TV keine Fluchwörter hören: Wawrinkas A-Wort wird auf ESPN mit einem Ton zum Verschwinden gebracht.


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Beim Platzinterview von Wawrinka gab es einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen den TV-Aufnahmen in der Schweiz und in den USA. Während im Schweizer Fernsehen das Wort Arschloch klar zu hören war, wurde es bei ESPN mit einem Piepton übertönt.

Zum Schutz der TV-Zuschauer hat das Zensieren von Fluchwörtern in den USA System. Die Federal Communications Commission (FCC) überwacht dies seit jeher streng. Da Schimpfwörter nicht komplett aus dem Fernsehen verbannt werden konnten, wurden sogar leicht zeitversetzte Übertragungen eingeführt. Dies betrifft auch das Zeigen von zu viel nackter Haut – in Erinnerung ist «Nipplegate» während der Superbowl 2004 von Janet Jackson.

2012 hat der Oberste Gerichtshof in Washington bestimmt, dass Fluchen im amerikanischen Fernsehen nicht mehr per se verboten ist. In Einzelfällen entscheidet seither die FCC, ob sie eine TV-Station bestrafen will.

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So wurde David Ortiz, Baseballer der Boston Red Sox, 2013 nicht gebüsst, nachdem er als Reaktion auf den Anschlag am Boston Marathon sagte: «This is our fucking city!» Damals bestimmte der Direktor der FCC persönlich, Ortiz habe aus den Emotionen heraus gesprochen. 25 Beschwerden von Zuschauern waren beim Sender eingegangen.

Viele US-TV-Stationen greifen heute aus Selbstschutz und in vorauseilender Gehorsam zu dieser Massnahme. So auch im Fall Wawrinka der Sender ESPN. Den FCC-Regeln entsprechend hat er wohl richtig reagiert und deswegen kaum etwas zu befürchten. Ähnlich handhaben es die Printmedien. So die «Los Angeles Times». Sie schönte Wawrinkas Worte und schrieb, dass er Federer einen «jerk» genannt hatte. Wörtlich einen Dummkopf oder Trottel.

Offen bleibt nun einzig, ob die ATP Wawrinka für das Fluchwort auf dem Platz büssen wird.

Video – «Roger is laughing. He’s an asshole, but it’s okay»:

Bei der Siegerehrung sorgte Stan Wawrinka für den Lacher des Tages. (wie/jwi)

Erstellt: 20.03.2017, 12:00 Uhr

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