«Es gibt keinen Grund, enttäuscht zu sein»

Verkehrte Tenniswelt: Nach dem Sieg über Venus Williams scheitert Belinda Bencic in Melbourne an der Nummer 124.

Rückschlag: Die Ostschweizerin scheitert an einer thailändischen Qualifikantin. (Video: SRF)

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Belinda Bencic nach Niederlagen zu erleben, war bisher nicht immer angenehm, immer wieder gingen die Emotionen mit ihr durch. Doch auch in dieser Hinsicht hat die 20-jährige Rückkehrerin grosse Fortschritte gemacht. So gelang es ihr am bisher heissesten Tag in Melbourne, die Enttäuschung über das brutale 1:6, 3:6 gegen die thailändische Qualifikantin Luksika Kumkhum zu bändigen und rasch wieder das Positive ihrer Situation zu sehen. Dabei war ihr nach dem Sieg über Venus Williams am Australian Open ein Spitzenergebnis zugetraut worden.

«Kumkhum war für mich die schlimmstmögliche Gegnerin, und sie spielte auch sehr gut. Ich fand keinen Weg, sie zu bedrängen», erklärte Bencic. Sie hatte gegen die beidseitig doppelhändig spielende Asiatin schon vor Jahren einmal verloren und wusste, dass deren Ranking (WTA 124) nicht ihre wahre Spielstärke spiegelt. «Sie machte kaum Fehler und griff dauernd an. Deshalb musste ich mehr riskieren, und dadurch liess ich mich etwas stressen», so Bencic.

50 Winner, 30 durch Kumkhum

Kumkhum hat in Melbourne inklusive Qualifikation schon fünf Partien gewonnen, alle ohne Satzverlust, und sprach von ihrem schönsten Sieg. Die 24-Jährige spielt das ganze Jahr über mit wenigen Ausnahmen – wie Melbourne oder Wimbledon – in Asien.

Bencic begann die Partie mit einem Break, verlor dann aber drei Aufschlagspiele in Folge und den ersten Satz in 34 Minuten. Auch im zweiten Durchgang durchbrach sie gleich den Service der Gegnerin, verlor dann aber sechs der letzten sieben Games und die unterhaltsame Partie nach 78 Minuten. Insgesamt bekamen die Zuschauer 50 Winner zu sehen, davon 30 durch die Siegerin.

An der Kondition arbeiten

Ihre Niederlage habe nichts mit dem Rummel nach dem Sieg über Williams zu tun gehabt, sagte Bencic, die wegen eines zerbrochenen Schlägers im letzten Game noch verwarnt wurde. «Davon habe ich gar nicht viel mitbekommen. Zwar schmerzt jede Niederlage, aber die Reise nach Dubai und Australien verlief viel besser, als ich mir je vorgestellt hätte.» Sie sei gesund, fit, habe super gespielt und stehe schon wieder in den Top 70, fasste sie zusammen. «Es gibt keinen Grund, enttäuscht zu sein.»

Die zweitbeste Schweizerin ist Ende Monat zwar bei einem Turnier in Taiwan eingeschrieben, sie erwägt aber, dieses auszulassen. Ihre nächsten Stationen sind danach der Fed-Cup in Prag sowie die WTA-Turniere in Acapulco, Indian Wells und Miami. «Doch vorher möchte ich mich etwas erholen und weiter an meiner Kondition arbeiten.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.01.2018, 08:25 Uhr

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