Hat die Nummer 1 ihren Körper überfordert?

Andy Murray verlor und fehlte zuletzt aus gesundheitlichen Gründen. Der Tennisspieler dürfte sich zu viel zugemutet haben.

Gekämpft bis zum Umfallen: Andy Murray gewann zwischen Mai und Dezember 61 von 65 Partien.

Gekämpft bis zum Umfallen: Andy Murray gewann zwischen Mai und Dezember 61 von 65 Partien. Bild: Keystone

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Roger Federer hat auch schon erlebt, wie es ist, ein grosses Ziel vor Augen zu haben, mehr mit dem Kopf zu spielen und weniger auf den Körper zu achten. Das war vor Wimbledon im vergangenen Jahr, als er trotz Problemen mit dem Knie vom Turniersieg träumte und sich bis in den Halbfinal vorkämpfte (den er gegen Milos Raonic verlor). Kurz danach gab Federer bekannt, die Saison abzubrechen, weil er Knie und Körper Zeit zur Genesung geben müsse.

Bei Andy Murray war 2016 alles anders als bei Federer. Er war im Leistungshoch. Ihm bot sich die Chance, erstmals überhaupt in seiner Karriere ein Jahr als Nummer 1 abzuschliessen. Also forcierte der Brite sein Spiel. Zwischen Mai und Dezember kam er zu 61 Siegen in 65 Partien. Er stand bei Saisonschluss auch ganz oben im Ranking. Nur: Einen Preis für seinen körperlichen Einsatz scheint auch er bezahlt zu haben.

Der zweifache Wimbledon-Sieger führt die Weltrangliste mit 11600 Punkten zwar noch immer deutlich vor Novak Djokovic (7905) an - Federer liegt nach seinem traumhaften Start ins neue Jahr hinter Stan Wawrinka auf Rang 4. Doch aufgefallen ist Murray seit Januar vor allem mit seinen Niederlagen oder körperlich bedingten Abwesenheiten.

Am Australian Open scheiterte er im Achtelfinal, danach plagte ihn eine Gürtelrose, die häufig in Zusammenhang mit Stress, Überbelastung und einem geschwächten Immunsystem steht. Im kalifornischen Indian Wells verlor Murray sein erstes Spiel, darauf verpasste er Miami und den Davis-Cup-Viertelfinal gegen Frankreich wegen einer Ellbogen-Verletzung und einer Grippe.

«Die Gürtelrose könnte damit etwas zu tun haben»

Es sei «definitiv eine Möglichkeit» sagte Murray nun in Monaco auf die Frage, ob er vielleicht zu oft gespielt habe 2016. Die Ellbogenverletzung bringt er zwar nicht mit seinem vollen Matchkalender in Verbindung, «die Gürtelrose könnte aber etwas damit zu tun haben».

Nun aber fühlt sich der Schotte bereit für eine starke Rückkehr. Er hat in den letzten Trainings erstmals wieder mit gewohnter Kraft aufgeschlagen und stellt nach Federers Traumstart mit drei grossen Siegen 2017 fest: «Es liegt eine Menge Arbeit vor mir, um im Jahresranking nach oben zu kommen. Und diese Arbeit beginnt jetzt in dieser Woche.» Murray startet am Mittwoch gegen den Spanier Tommy Robredo oder gegen den Luxemburger Gilles Müller. Wawrinka trifft auf Mischa Zverev (De) oder Jiri Vesely aus Tschechien. Federer lässt bis Paris alle Turniere aus. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.04.2017, 13:58 Uhr

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