«Ich kann nicht täglich Mozzarella essen»

Roger Federer redet im Interview mit der «Coopzeitung» für einmal nicht über Tennis, sondern übers Essen – und erklärt, wieso er früher kein Fleisch ass.

Gehen oft auswärts essen, zu Hause ist er beim Kochen aber nur Assistent: Roger Federer mit seiner Frau Mirka.

Gehen oft auswärts essen, zu Hause ist er beim Kochen aber nur Assistent: Roger Federer mit seiner Frau Mirka. Bild: Keystone

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Sportler müssen nicht nur trainieren, sie müssen auch besonders auf ihre Ernährung achten. Im Tennis gibt es dabei keine Ausnahme. Ein Beispiel ist Novak Djokovic: Der Serbe setzt seit Jahren auf glutenfreie Nahrung und verdankt ihr – so sagt er selbst – seine Fitness, die ihn zum Erfolg führte.

Bei Roger Federer waren die eigenen Essgewohnheiten bis anhin kein Thema. Nun gewährt er jedoch Einblick. In einem Interview der «Coopzeitung» mit dem 18-fachen Grand-Slam-Sieger drehen sich die Themen um das Kochen, seine Zeit ohne Fleisch und das Degustieren von Wein.

Als Teenager ein Vegetarier

Bereits bei der Frage, ob es in Ordnung sei, übers Kochen zu reden, muss Federer gestehen: «Im Kochen bin ich ganz schlecht.» Jedoch habe er in dieser Beziehung immer Glück gehabt. «Mirka ist eine Superköchin. Und zu der Zeit, als ich mit Yves Allegro, Sven Swinnen und Michi Lammer in der WG lebte, spielte ich auch immer den Assistenten», sagt der Baselbieter.

Trotzdem sei gutes Essen nun mal wichtig, muss der 35-Jährige in seinem Alter doch immer mehr auf seine Linie achten. «Viel mehr als früher, ich trainiere halt nicht mehr so viel.» Was genau Federer alles isst, lässt er nicht ganz durchblicken, jedoch müsse die Nahrung abwechslungsreich sein. «Ich kann nicht täglich Mozzarella essen, dann könnte man mich aufs Feld rollen.» Zum Glück getraue er sich, alles zu essen.

Dann überrascht der Tennisstar jedoch mit einer Aussage: «Früher wäre das schwieriger gewesen, weil ich Vegetarier war.» Federer erzählt, dass das Fleisch an den Juniorenturnieren nicht besonders gut gewesen sei, «deshalb habe ich lange dankend verzichtet». Erst, als er mit 16 Jahren als «Wasserträger» des Davis-Cup-Teams in ein Steakhouse-Restaurant habe mitgehen müssen, habe er den Genuss an Fleisch wieder für sich entdeckt.

Wein gehört laut Federer zu einem guten Essen dazu. Die Auswahl überlässt er aber seiner Ehefrau: «Sie kann sehr gut Geschmäcke unterscheiden und erkennt die Nuancen.» Bei ihm sei es dagegen so, dass er nur sagen könne: schmeckt oder schmeckt nicht.

Neben kulinarischen Vorlieben wird im Interview auch die Familie wieder zum Thema – und der mögliche Wunsch nach zusätzlichem Nachwuchs. «Das Thema ist sicher noch nicht abgeschlossen», sagt Federer. Damit wollten sie sich aber erst nach dem Karriereende beschäftigen.

Teilnahme am Hopman Cup bestätigt

Das Gespräch drehte sich schliesslich doch noch um den Sport. Auf die Frage, ob er sich persönlich im Herbst oder im dritten Frühling seiner Karriere befinde, antwortet er: «Dritter Frühling tönt besser.» Er habe schon mal nachgedacht, nach der Profikarriere mit Marc Rosset oder Jakob Hlasek bei der Schweizer Interclubmeisterschaft eine Mannschaft zusammenzutrommeln. «Ich könnte ja schon bei den Jungsenioren spielen.» Doch zuerst will er als Profi spielen, solange er Spass hat: «Was jetzt nach dem 18. Grand-Slam-Titel kommt, ist alles Bonus.»

Der nächste Bonus folgt kommende Woche in Wimbledon. An der Church Road peilt der Baselbieter als Turnierfavorit seinen achten Titel an. Und Federer plant bereits weiter: Im Januar 2018 wird er erneut zusammen mit Belinda Bencic am Hopman Cup in Perth teilnehmen. (nry)

Erstellt: 27.06.2017, 12:01 Uhr

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