Achtung Gefahr!

Roger Federers Finalgegner Marin Cilic ist ein aggressiver Alleskönner. Das musste auch der Schweizer schon schmerzlich erfahren.

«Es ist grossartig, dass ich wieder in einem Grand-Slam-Final stehe»: Marin Cilic geht mit viel Selbstvertrauen ins Duell mit dem favorisierten Roger Federer.

«Es ist grossartig, dass ich wieder in einem Grand-Slam-Final stehe»: Marin Cilic geht mit viel Selbstvertrauen ins Duell mit dem favorisierten Roger Federer. Bild: Keystone

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Marin Cilic ist, zumindest neben dem Tennisplatz, ein hochanständiger, gesitteter und zurückgezogener Mann ohne Allüren, der mit sanfter Stimme spricht. Auf dem Court ist das anders, da wird er zum wilden Tier, einem geschmeidigen Panther, der aus allen Lagen attackiert und Winner schlägt. Nach seinem Vorstoss in den ersten Wimbledonfinal legte er aber für einmal seine Bescheidenheit ab und lobte sich gleich selber.

«Meine mentale Härte war auf einem sehr hohen Niveau», betonte der 28-jährige Kroate, der in seinem 11. Start in Wimbledon erstmals im Endspiel steht. Mehr Anläufe hat noch niemand benötigt, der den traditionsreichsten und prestigeträchtigsten Final erreichen konnte. Tatsächlich hatte Cilic beim 6:7, 6:4, 7:6, 7:5 gegen den Amerikaner Sam Querrey im Halbfinal während drei Stunden gleich einige Rückschläge verarbeiten müssen.

2017: Ein Federer-Jahr

«Das Niveau der Partie war unglaublich hoch, und zwar von beiden», sagte Cilic. Er führte im ersten Satz im Tiebreak schon 4:1, ehe er es noch verlor. «Aber ich konnte mich wieder fangen und schaffte es auch, im vierten Satz nach einem Breakrückstand zurückzukommen.» Der Kroate musste sich den Finaleinzug hart verdienen. Mit Kohlschreiber, Mayer und Johnson traf er schon früh auf harte Gegner, und nach dem lockeren 6:2, 6:2, 6:2 gegen Bautista Agut drängte ihn Gilles Muller im Viertelfinal über fünf Sätze – den Entscheidungssatz gewann Cilic 6:1.

Eine sehr grosse Überraschung ist der Finalvorstoss des letztjährigen Basel-Siegers gleichwohl nicht. Auch Roger Federer hatte schon vor dem Turnier gesagt, er traue dem harten Aufschläger und US-Open-Sieger 2014 viel zu. Der Weltranglistensechste hatte schon zuvor eine gute Rasensaison gespielt. Im Queen’s Club weiter nördlich in London hatte er erst im Final gegen Feliciano Lopez verloren. Er wird inzwischen vom Schweden Jonas Björkman gecoacht, der selber einst in Wimbledon im Halbfinal stand, wo er gegen Federer chancenlos war. Er hat Cilic neues Selbstvertrauen geben können und ihm empfohlen, aggressiver und offensiver zu spielen.

Federers Triumphe und Tragödien in Wimbledon

Im Duell mit Federer liegt Cilic zwar 1:6 zurück, doch dieses klare Verhältnis täuscht. In den letzten drei Duellen hielt der 17-fache Turniersieger mit Federer ausgezeichnet mit. 2014 am kanadischen Masters-Turnier kam es zu einem Dreisätzer, am US Open liess er Federer danach keinen Satz (6:3, 6:4, 6:4), und in Wimbledon vor zwölf Monaten verlor er erst nach einer 2:0-Satzführung und drei vergebenen Matchbällen.

Schon 130 Asse

Cilic ist ein Allroundspieler, der in Wimbledon bereits 130 Asse geschlagen hat und auch als Returnspieler überzeugt. Für einen Mann, der fast zwei Meter gross ist, bewegt er sich auch enorm gut, und neben seiner Vorhand bringt ihm auch seine doppelhändige Rückhand immer wieder leichte Freipunkte. «Es ist grossartig, dass ich wieder in einem Grand-Slam-Final stehe», sagt er. «In den vergangnen Monaten spielte ich aber auch sehr konstant.»

Dass er in Wimbledon schon seinen zweiten Majorfinal bestreiten wird, sei ein Vorteil, glaubt er. Allerdings hatte er auch im ersten keine Probleme, er liess dem Japaner Kei Nishikori 2014 am US Open mit 6:3, 6:3, 6:3 keine Chance. «Es würde mir die Welt bedeuten, sollte ich hier gewinnen», sagt der zweite kroatische Wimbledonfinalist nach Goran Ivanisevic. Dieser hatte seine ersten zwei Endspiele im gleichen Stadion verloren, ehe er 2001 als Ungesetzter am Ort seiner Träume doch noch zu seinem einzigen Grand-Slam-Titel kam. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.07.2017, 12:18 Uhr

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