Das Herz eines Champions

Rafael Nadal beweist mit seinem zehnten French-Open-Titel, dass man grosse Sportler nie abschreiben darf. Aber auch Stan Wawrinka darf stolz aus Paris abreisen.

Stan Wawrinka unterliegt Rafael Nadal im Paris-Final 2:6, 3:6, 1:6. (Video: Tamedia/SRF/AP)

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Eine Serie musste in diesem Final zu Ende gehen - es traf jene von Stan Wawrinka in Grand-Slam-Finals. Nachdem er seine ersten drei gewonnen hatte, musste er im vierten erstmals das bittere Gefühl der Niederlage kennenlernen. Damit ist er in bester Gesellschaft: auch Björn Borg, Jimmy Connors und Stefan Edberg erging es so. Und Wawrinka scheiterte an der schwierigsten Aufgabe überhaupt im Tennis: einen fitten Rafael Nadal in Roland Garros zu schlagen. Er darf Paris trotzdem stolz verlassen. Das French Open war von ihm nach durchzogenen Monaten erneut der eindrückliche Beweis, dass er an Grand Slams zu einem anderen Spieler wird.

Zuletzt war der 32-Jährige auf der grössten Bühne mit Sieg (US Open), Halbfinal (Australian Open) und Final (Paris) sogar der Konstanteste aller Topspieler. Und so, wie er die letzten zwei Wochen den Ball schlug und auf heikle Situationen reagierte, zählt er auch in Wimbledon zu den Titelanwärtern. Das einzige Major, das ihm in seiner Kollektion noch fehlt, war bisher zwar sein schwächstes (zwei Viertelfinals). Doch es gibt keinen Grund, wieso er nicht auch hier sein wuchtiges Spiel durchsetzen sollte - zumal sich der Rasen in Wimbledon in der zweiten Woche anfühlt wie ein Hartplatz, an der Grundlinie pickelhart ist.

Nach den Titeln von Wawrinka in New York und Roger Federer in Melbourne riss auch die Serie der Schweizer Major-Siege. Hatte sich der Baselbieter viereinhalb Jahre bis zu seinem nächsten Grand Slam gedulden müssen, musste Nadal immerhin auch drei Jahre warten. Die beiden Altmeister waren von vielen schon abgeschrieben worden, beide haben sich 2017 eindrücklich zurückgemeldet. Und wieder einmal darf man den legendären Spruch des früheren NBA-Coaches Rudy Tomjanovich (Houston Rockets) zitieren: «Unterschätze nie das Herz eines Champions!» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.06.2017, 17:30 Uhr

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