Federer, ein Muslim?

Muhammad Abdul Aziz, ein glühend-frommer Muslim, verschickte unlängst einen «offenen Brief» an Roger Federer, in dem er den Tennisspieler einlud, den Islam anzunehmen.

Federer wäre der erste berühmte muslimische Tennisspieler – ein Rekord für die Ewigkeit.

Federer wäre der erste berühmte muslimische Tennisspieler – ein Rekord für die Ewigkeit. Bild: Keystone

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Wahrscheinlich ist Roger Federer der beliebteste Sportler unserer Zeit. Die unnachahmliche Eleganz, Schönheit und Effizienz seines Spiels, die menschliche Bescheidenheit trotz aller sportlichen Triumphe begeistern Menschen aus allen Kulturen, Schichten und Milieus. So auch Muhammad Abdul Aziz, einen glühend-frommen Muslim, der unlängst einen «offenen Brief» aus «Chorasan» an Roger Federer via Al-Kaida-nahe Telegramm-Kanäle verschickt hat. Es ist eine «Einladung» an Federer, den «Islam anzunehmen». Die 13-seitige Epistel beginnt Aziz mit dem Bekenntnis, er habe sich vom verdorbenen, kriminellen, professionell betriebenen Sport schon länger abgewendet – ausser vom Tennissport. Dies vor allem wegen Federer, den er als den grössten Spieler aller Zeiten bewundere. Nicht nur wegen dessen sportlicher Exzellenz, sondern auch wegen des guten Charakters und der Anständigkeit auf und neben dem Court.

Nach dieser Verneigung folgt eine Einführung in den Islam, «Religion der Reinheit und Unschuld» im Gegensatz zur «Falschheit» des Christentums und der «animalischen Welt» des ungläubigen Westens. Ein Übertritt zum Islam brächte für alle nur Vorteile, versichert Aziz. Er selber zum Beispiel wäre erleichtert, wenn der höfliche Federer und seine Familie nicht als Ungläubige in der Hölle brennen müssten. Federer wiederum wäre der erste berühmte muslimische Tennisspieler – ein Rekord für die Ewigkeit. Überdies würden ihm die guten Taten aus seinem alten Leben am Tag des jüngsten Gerichts angerechnet werden. Und schliesslich würde er als Muslim mit der Unterstützung und den Gebeten von Millionen Glaubensbrüdern und der Barmherzigkeit Allahs noch «weitere zehn Jahre auf diesem aussergewöhnlichen Niveau weiterspielen können, insbesondere wenn du keine grossen Sünden begehst, die Waschungen vollziehst und die fünf täglichen Gebete verrichtest».

Ob der gebürtige Katholik aus dem Baselbiet auf das verlockende Angebot eingeht, sollte er je davon erfahren, ist nach allem menschlichen Ermessen schwer zu bezweifeln. Nicht nur wegen der lukrativen Werbeverträge. Er ist auch sonst ein Mann der Vernunft und des Augenmasses. Herr Aziz wird dies nicht anfechten. Er hat es versucht, aber er weiss, dass letztlich alle Entscheide bei Allah liegen. Und wenn es dem Allmächtigen beliebt, wird er für die Federers eine Ausnahme machen, was das Höllenfeuer betrifft. (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.07.2018, 11:24 Uhr

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