Federer, Nadal und der weite Blick zurück

Was für ein Start ins Tennisjahr 2017 für die beiden Megastars! Lange ists her, als sie derart dominierten.

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Das bisherige Tennisjahr kann man getrost an zwei Werten festmachen. 19:1 und 15:0. Es sind dies die überragenden Bilanzen von Roger Federer (1. Januar bis 2. April) und Rafael Nadal (seit 3. April). Im ersten Vierteljahr dominierte der Baselbieter die Hartplatzsaison in unerwarteter Manier mit den Titeln in Melbourne, Indian Wells und Miami, seither hat sein spanischer Erzrivale die europäischen Sandplätze monopolisiert wie zu seinen besten Zeiten. In Monte Carlo, Barcelona und nun in Madrid führte kein Weg am Mallorquiner vorbei, und einzig der Brite Kyle Edmund und der Italiener Fabio Fognini konnten für sich eine Ehrenmeldung in Form eines Satzgewinns reklamieren.

Ungeahnte Dominanz statt Karriereende

5 der jährlich 14 grössten Titel – Grand Slams, Masters 1000 und World Tour Finals – sind 2017 ausgespielt, 5-mal hiess der Sieger Roger oder Rafa. Wer darauf zu Jahresbeginn gewettet hätte, wäre für verrückt erklärt worden. Beide schienen auf dem absteigenden Ast; gerade im letzten Sommer, als sie verletzt länger pausieren mussten, wurde ihnen von Aussenstehenden das Karriereende nahegelegt.

Video – Glücksmomente schlechthin:

Wie Federer im Final von Melbourne Nadal in 5 Sätzen bodigte.

Natürlich, es hatte diese Dominanz der beiden prägendsten Spieler dieser Generation schon einmal gegeben, sie schien aber Lichtjahre entfernt. Es war 2006, George W. Bush hatte gerade seine zweite Amtszeit als 43. Präsident der USA begonnen, und wenig später sollte in Deutschland ein fussballerisches Sommermärchen mit einer Halbfinalniederlage gegen Italien abrupt zu Ende gehen. Spaniens Kernkompetenz im Ballsport galt noch den kleinen Kugeln.

Zwischen 2005, dem Jahr, als sich der langmähnige Teenager anschickte, Federer ernsthaft herauszufordern, und 2010 holten die beiden zwei Drittel aller grossen Titel (55/84). In den darauffolgenden sechs Jahren waren es dann nur noch 24, bedingt durch ein Nachlassen der beiden und die gleichzeitige Blüte von Novak Djokovic und Andy Murray.

2006 wurde die Serie nach dem fünften grossen Event unterbrochen, Tommy Robredo triumphierte anschliessend in Hamburg, das damals noch Masters-Series-Status genoss. Er profitierte allerdings davon, dass Federer und Nadal nach ihrem epischen Rom-Final – der Spanier gewann im Tiebreak des fünften Satzes – kurzfristig Forfait erklärt hatten.

Nun fehlt Federer in Rom, aber Nadal ist in die Ewige Stadt gereist, obwohl ihm eine Pause wohl guttun würde. «Rom ist eines der wichtigsten Sandplatzturniere, es ist nur logisch, dass ich spiele. Und ich habe ja noch ein paar Tage Pause», sagte er noch am Sonntag in Madrid.

Vor elf Jahren hatte die Dominanz dann angehalten, fast 80 Prozent der grossen Rendezvous teilten die beiden unter sich auf. Ob das auch 2017 möglich ist? (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.05.2017, 13:30 Uhr

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