Federers Flirt

«Es ist ein Traum von mir, nochmals Roland Garros zu gewinnen.» Mit diesem Satz lässt Roger Federer seine Fans auf ein Comeback in Paris hoffen.

2009 gewann der Maestro seinen ersten und einzigen Grand Slam auf Sand. Ob er dieses Jahr sein Comeback in Paris geben wird, ist noch unklar.

2009 gewann der Maestro seinen ersten und einzigen Grand Slam auf Sand. Ob er dieses Jahr sein Comeback in Paris geben wird, ist noch unklar. Bild: Keystone

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Seit Roger Federer vor zwei Wochen in Rotterdam wieder die Nummer 1 der Welt wurde, die älteste, die es im Tennis je gab, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Rekorde ausgegraben werden, so ausgefallen sie auch sein mögen. Geht es um den Baselbieter, ist die Kreativität grenzenlos. Vor einer Woche, als er in Monaco zum fünften Mal von der Laureus-Stiftung zum Weltsportler des Jahres ausgezeichnet wurde, was – natürlich – wieder eine neue Bestmarke ist, gab es kein anderes Thema als Federers lange Liste der Rekorde.

Im Wust dieser Lobeshymnen ging beinahe vergessen, dass der 36-Jährige einen bemerkenswerten Satz sagte: «Es ist ein Traum von mir, nochmals Roland Garros zu gewinnen.» Er möchte diese Emotionen, die er 2009 bei seinem einzigen Triumph am French Open verspürt habe, gerne noch einmal erleben. Das ist freilich keine Sensation, wer möchte sich nicht gerne immer wieder am süssen Nektar der grossen Siege laben? Bei Federer, der um die Sandplätze dieser Welt im letzten Jahr – wegen seiner Saisonplanung – ja bekanntlich einen grossen Bogen machte, ist das aber schon etwas anders gelagert. Hat er sich bereits dafür entschieden, Rafael Nadals Königreich anzugreifen, jetzt, da dieser verletzt ist und auch fast alle anderen seiner grössten Konkurrenten pausieren müssen?

Das könnte durchaus sein. Obschon Federer nachschob, er werde sich erst Ende April entscheiden, ob er auf der roten Asche spielen wolle, scheint die Ausgangslage denkbar günstig – er dürfte sich sicher auch schon den Gedanken gemacht haben, dass sich die vielleicht einmalige Chance ergibt, Nadal in Paris zu schlagen. Der Maestro, der das Spiel mit den Medien beherrscht wie kaum ein anderer, würde diesen Paris-Flirt kaum öffentlich machen, wenn er sich nicht wieder intensiver mit der Option «Sand» beschäftigte.

Während der 20-malige Grand-Slam-Champion in der Nacht auf heute in San José, Kalifornien, im Rahmen des «Match for Africa 5» Geld für seine Foundation sammelte, befeuerte sein Bekleidungsausrüster die Spekulationen dezent weiter: Im Internet kursieren Fotos von Federers möglichem Outfit für die Sandplatzsaison, passend in Rot gehalten. Die Hoffnung zumindest lebt, dass aus einem Flirt noch einmal eine Amour fou entsteht… (Basler Zeitung)

Erstellt: 06.03.2018, 11:12 Uhr

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