«Jetzt müssen wir den Hattrick holen»

Martina Hingis ist zum Siegen zurückgekehrt. Mit ihrer neuen Partnerin, der Taiwanesin Chan, erringt die 36-Jährige schon im 3. Einsatz den ersten grossen Titel.

Sie harmonisieren zusammen – im Spiel sowie bei der Siegerehrung: Yung-Jan Chan und Martina Hingis.

Sie harmonisieren zusammen – im Spiel sowie bei der Siegerehrung: Yung-Jan Chan und Martina Hingis. Bild: Getty Images

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Nachdem Stan Wawrinka und Roger ­Federer in Indian Wells den Final erreicht hatten, sagte Martina Hingis zu ihrer Gefährtin: «Jetzt müssen wir den Hattrick holen, den dritten Sieg für die Schweiz an diesem Tag.» Gesagt, getan: Sie und Yung-Jan Chan, die an der Siegerehrung nicht aufhörte zu kichern, schlugen im Final auch die Tschechinnen Lucie Hradecka/Katerina Siniakova (7:6, 6:4). Hingis kehrte damit zum Siegen zurück, nachdem sie zuletzt mit verschiedenen Partnerinnen 16 Turniere in Folge als Verliererin beendet hatte.

«Sie hat mir geholfen, mein Selbstvertrauen wieder zu finden», sagte Hingis bei der Siegerehrung. Sie, damit war die neun Jahre jüngere Taiwanesin neben ihr angesprochen, mit der sie erst ihr drittes Turnier bestritt nach Doha und Dubai. Die beiden durften sich 385 170 Dollar Preisgeld teilen, dazu erhält jede einen massiven Kristallpokal.

Erster Titel seit 10 Monaten

«Wir schlugen die besten Teams, spielten dreimal hervorragend. Jetzt können wir offiziell sagen, dass wir zu den besten Doppeln der Welt gehören», freute sich Chan, die ihren Vornamen auf Latisha abänderte. «Alle nennen mich so», erklärt sie. «Wer in Asien Englisch kann, nimmt auch einen westlichen Vornamen an. Es wäre ohnehin zu schwierig, sich an den richtigen zu erinnern. Schreiben Sie nur auch Latisha in Ihrer Zeitung.» Ihre vier Jahre jüngere Schwester Hao-Ching, mit der sie zehn ihrer nun 19 Doppelturniere gewonnen hat, nennt sich Angel.

Diese sei übrigens nicht sauer gewesen, dass sie nun mit Hingis spiele, erklärte Indian-Wells-Siegerin. «Wir hatten eine Krise und wollten uns ohnehin nach neuen Partnerinnen umsehen.» Hingis sei zum richtigen Zeitpunkt gekommen, wofür sie ihr dankbar sei. Die Chan-Schwestern waren in Melbourne am Trainieren, als Hingis spontan dazustiess, mit ihnen einige Bälle wechselte und zur älteren der beiden sagte, falls sie mal eine Partnerin brauche, solle sie sich melden.

«Wir waren uns schon so oft als Gegnerinnen gegenübergestanden, dass wir genau wussten, was wir voneinander erwarten konnten», sagt Hingis, die zehn Monate auf ihren 56. Doppeltitel warten musste (zuletzt hatte sie neben der Inderin Sania Mirza in Rom gewonnen). Mit der Amerikanerin Coco Vandeweghe kam sie danach nicht richtig in Schwung. «Wir ­waren zwar immer dabei, verloren aber fast alle engen Matchs», sagt Hingis. «Das schlägt irgendwann schon auf das Selbstvertrauen.»

Inzwischen habe sie zwei, drei ­Sachen geändert in ihrem Spiel, neue Schlägermodelle und Saiten ausprobiert und ihre Form wieder gefunden. In Doha und Dubai, wo sie erstmals mit Chan spielte, hätten sie sich noch finden müssen. «Aber dort spürten wir schon, dass wir harmonieren können.» In ­Indian Wells seien ihnen die vergleichsweise langsamen Bedingungen entgegen gekommen. «Es hilft mir, wenn ich Zeit habe, das Spiel zu lesen. Deshalb konnten wir nun auch fast alle wichtigen Punkte gewinnen», so Hingis. Zudem trainierten sie an ihren spielfreien ­Tagen auch intensiv, «so wurden wir von Tag zu Tag etwas besser.»

Partnerschaft wird fortgesetzt

Chan spiele ähnlich wie Mirza und sei enorm stark bei den entscheidenden Punkten. «Deshalb haben wir auch die meisten davon gewonnen.» Im Vergleich zu Mirza sei ihre Vorhand vielleicht nicht ganz so wuchtig, dafür sei sie solider am Netz und sehr verlässlich von der Grundlinie. «Das war bei Vandeweghe nicht der Fall. Da war es oft entweder Top oder Flop.»

Nach Indian Wells ist klar, dass die zwei ihre Partnerschaft fortsetzen werden. Auch in Miami geht das Duo an den Start, ehe es sich kurzfristig trennt. Hingis verzichtet auf Charleston, wo die Chan-Schwestern wieder gemeinsam antreten, und konzentriert sich im April auf das neue WTA-Turnier in Biel und den Fed-Cup-Halbfinal in Minsk. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.03.2017, 19:45 Uhr

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