Maria Scharapowa spaltet den Tenniszirkus

Soll die Dopingsünderin gleich wieder auf der grossen Bühne spielen dürfen – oder muss sie sich das wie jede andere Spielerin verdienen?

Vor der Rückkehr: Maria Scharapowa wird nicht von allen freudig erwartet. (7. März 2017)

Vor der Rückkehr: Maria Scharapowa wird nicht von allen freudig erwartet. (7. März 2017)

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Am 15. Mai will der französische Tennisverband (FFT) bekannt geben, ob er Maria Scharapowa eine Wildcard für das French Open gibt. Es ist ein Entscheid, der längst nicht nur die noch bis Mittwoch wegen Dopings gesperrte Russin interessiert. Zahlreiche Athletinnen und Athleten, darunter die beiden Weltranglistenersten Angelique Kerber und Andy Murray, sind dagegen, dass Scharapowa einfach ins Hauptfeld aufgenommen wird, sie plädieren dafür, dass sich die fünffache Grand-Slam-Gewinnerin über die Qualifikation einen Platz im Turnier verdienen muss.

Aus wirtschaftlicher Sicht und wohl auch aus der Perspektive der meisten Fans wäre es Unsinn, Scharapowa eine Absage zu erteilen. Die 30-Jährige ist ein Publikumsmagnet, lockt die Zuschauer ins Stadion und vor die TV-Schirme. Dass im Frauentennis so hohe Preisgelder ausgeschüttet werden können, hat nicht zuletzt auch mit der Attraktivität ihrer Person für Sponsoren zu tun.

Zudem konsumierte Scharapowa das bei der Dopingprobe im letzten Jahr entdeckte Meldonium schon lange vorher regelmässig, allerdings stand es damals noch nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen. Sie sei vom Tennisweltverband (ITF) nicht ausreichend auf die neuen Regeln hingewiesen worden, kritisierte sie im Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Stern».

Mit einem starken Auftritt in Stuttgart, wo sie kommende Woche dank einer viel kritisierten Wildcard ihr Comeback gibt, könnte sie sportliche Argumente für das French-Open-Ticket liefern. Doch einfach wird es am Event, der von Scharapowas persönlichem Sponsor Porsche alimentiert wird, nicht. «Man geht nicht nach 15 Monaten auf den Platz und spielt so, als ob nichts gewesen wäre», sagte Anke Huber, einst Top-10-Spielerin und heute Sportliche Leiterin des Stuttgarter Turniers, dem Fachportal Tennisnet.com.

Bernard Giudicelli, seit Februar Präsident der FFT, macht Scharapowa nicht viel Hoffnung auf die ersehnte Wildcard für Roland Garros. «Die Integrität ist eines unserer grossen Anliegen. Wir können nicht einerseits den Kampf gegen das Doping mit finanziellen Mitteln verstärken und andererseits Scharapowa einladen», sagte er. Die Sachlage sei kompliziert.

(ak)

Erstellt: 22.04.2017, 15:32 Uhr

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