«Die schlimmste Niederlage des Jahres»

Der Paris-Sieger beklagt seine verpasste grosse Chance, in Montreal die Nummer 1 zu werden. Dafür kann Federer nun schon vor dem US Open an die Spitze vorstossen.

Bittere Niederlage für den Spanier: Rafael Nadal scheidet in Kanada gegen einen 18-Jährigen aus.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Rafael Nadal ist keiner, der nach Niederlagen Ausreden sucht. Meistens gibt der 31-jährige Sandkönig den ganzen Kredit seinen Bezwingern, selbst wenn er schlecht gespielt hat oder angeschlagen war. Doch nach dem 6:3, 4:6, 6:7 (4:7) gegen den 18-jährigen Kanadier Denis Shapovalov (ATP 143) war es in Montreal für einmal anders. «Das war eine harte Niederlage, eine schlimme Niederlage. Zweifellos die schlimmste des Jahres für mich. Aber ich spielte auch wirklich schlecht», sagte er.

Natürlich habe der Wimbledon-Juniorensieger von 2016 gut gespielt, so Nadal weiter. «Er hat grosses Potenzial, und ich wünsche ihm alles Gute. Aber er hatte auch nichts zu verlieren in dieser Partie.» Die schlimmste Niederlage sei es für ihn darum, weil er gegen einen tiefklassierten Gegner verloren und zugleich die Chance vergeben habe, nach diesem Turnier wieder die Nummer 1 zu werden. Bei einem Sieg über den jungen Kanadier hätte ihm nur noch ein Erfolg gegen den Franzosen Adrian Mannarino heute im Viertelfinal gefehlt, um Andy Murray am Montag zu überholen.

Federer braucht Formsteigerung

Schlimm empfand Nadal auch die Art, wie diese Niederlage zustande gekommen war. Dabei beklagte er sich nicht über das parteiische kanadische Publikum, das für eine Davis-Cup-Stimmung gesorgt hatte. Denn obwohl er in den 2¾ Stunden viele Fehler machte, stand er sehr nahe am Erfolg, gewann mehr Punkte (115:110) und war in den meisten Statistiken überlegen. «Ich vergab so viele Breakbälle im dritten Satz und führte im Tiebreak noch 3:0. Und verlor trotzdem. Das ist ein schlimmer Fehler, und ich bin traurig. Aber mir bleibt nichts anderes übrig, als weiterzuarbeiten.» Bereits am Samstag werde er in Cincinnati für das nächste Turnier trainieren. Seine Niederlage sei eine grosse Story, «aber ich bin nicht glücklich, Teil davon zu sein».

Nach Nadals Rückschlag und dem turbulenten Turnierverlauf mit unzähligen Überraschungen bietet sich Roger Federer in Kanada nun eine grosse Chance, sich im Kampf um Rang 1 in die Favoritenposition zu spielen. Sollte er am Sonntag den Titel gewinnen, würde er seinen Rückstand gegenüber Nadal auf zehn Punkte verkürzen (7545:7555). Und weil der Mallorquiner in Cincinnati kommende Woche im Gegensatz zu ihm aus dem Vorjahr Punkte zu verteidigen hat (90), würde er als Montreal-Sieger nach dem Turnier in Ohio die Nummer 1, sofern er dieses gleich gut oder besser als Nadal beendet. Klar ist, dass einer der beiden Murray nach Cincinnati überholen wird. Und Federer hat dort sieben der letzten elf Titel geholt, während Nadal erst einmal gewann.

Video: Federer musste hart um den Sieg kämpfen

Der achtfache Wimbledonsieger spielte allerdings selber am Donnerstag gegen David Ferrer im Achtelfinal auch lange eher schlecht (4:6, 6:4, 6:2). Er trifft heute Abend mit dem Spanier Roberto Bautista Agut auf einen der nur zwei Gesetzten, die es neben ihm in die Viertelfinals geschafft haben. «Der spielt ähnlich schnell wie Ferrer», blickte Federer voraus. Im Halbfinal würde ihm danach Diego Schwartzman oder Robin Haase gegenüberstehen. Der einzige verbliebene Gesetzte in der oberen Hälfte ist der formstarke deutsche Jungstar Alexander Zverev, der mit Nick Kyrgios keine Probleme hatte. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.08.2017, 10:36 Uhr

Kommentare

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Nichts für Gfrörlis: Ausserhalb der sibirischen Stadt Krasnoyarsk wurden Minus 17 Grad gemessen. (10. Dezember 2017)
(Bild: Ilya Naymushin) Mehr...