Murray wankt, Nadal überzeugt

Andy Murray und Rafael Nadal erreichen in Wimbledon die zweite Woche. Während der Brite hart zu kämpfen hatte, ist der Spanier auch nach drei Partien noch ohne Satzverlust.

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Titelverteidiger Andy Murray wurde erstmals in dieser Woche hart gefordert, bestand aber den Test gegen den unberechenbaren Italiener Fabio Fognini und siegte nach 2:39 Stunden 6:2, 4:6, 6:1, 7:5. Im vierten Satz hatte es danach ausgesehen, als müsse Murray über die volle Distanz gehen. Der Weltranglisten-Erste lag mit einem Break zurück und musste fünf Satzbälle abwehren, ehe noch vor Einbruch der Dunkelheit die Partie beendete. Auch David Beckham in der Royal Box konnte sich aufgrund der Dramaturgie des vierten Durchgangs ein Schmunzeln nicht verkneifen.

«Ich bin froh, dass ich noch in vier Sätzen durchgekommen bin», sagte Murray, der sich gedanklich schon mit dem fünften Satz und einer 20-minütigen Pause zwecks Schliessung des Dachs befasst hatte. Auch im siebten Duell mit Fognini, gegen den er zuvor drei von sechs Partien verloren hatte, tat sich der Weltranglisten-Erste schwer. «Es war ein Auf und Ab. Gegen ihn zu spielen ist schwierig, da er mich immer wieder aus dem Rhythmus bringt», sagte Murray, der in den Achtelfinals am Montag auf den Franzosen Benoît Paire trifft.

Fognini hatte in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass er ein Mann für die grosse Show im Scheinwerferlicht ist. Denn Coup schaffte er diesmal zwar nicht, den Publikumsliebling brachte er aber arg ins Wanken und trug damit wesentlich zu einer unterhaltsamen und spannenden Partie bei.

Nadals Serie der gewonnenen Sätze

Im Gegensatz zu Murray erreichte Rafael Nadal die Achtelfinals ohne Satzverlust. Der Weltranglisten-Zweite stiess dank einem 6:1, 6:4, 7:6 (7:3) gegen den talentierten Russen Karen Chatschanow erstmals seit 2014 wieder in die Runde der letzten 16 von Wimbledon vor.

«Ich habe eineinhalb Sätze lang fantastisch gespielt», sagte Nadal, ab Mitte des zweiten Durchgangs kam Chatschanow aber immer stärker auf. Im dritten Satz bot sich dem 21-Jährigen aus Moskau bei 6:5 und Aufschlag Nadal eine Chance zum Satzgewinn, die der Spanier jedoch zunichte machte.

Das Risiko, ohne Spielpraxis nach Wimbledon zu reisen hat sich für Nadal ausbezahlt. Er verzichtete auf eine Teilnahme am Vorbereitungsturnier in Queen's und bereitete sich nach dem Sieg am French Open zuhause in Mallorca auf Rasen vor.

In den ersten drei Partien hinterliess Nadal einen starken Eindruck. Mittlerweile ist die Nummer 2 der Welt bei 28 Satzgewinnen in Folge an Major-Turnieren angelangt, nachdem Nadal das French Open wie bereits vor seinen Wimbledon-Triumphen 2008 und 2010 ohne Satzverlust gewonnen hat. Damit egalisierte der 15-fache Grand-Slam-Sieger seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2010.

Am Montag trifft Nadal auf den Luxemburger Gilles Muller. Die Nummer 26 der Welt setzte sich gegen den Briten Aljaz Bedene in drei Sätzen durch und qualifizierte sich in Wimbledon unter anderem dank 72 Assen erstmals für die Runde der letzten 16. Muller fühlt sich wohl auf Rasen, das Vorbereitungsturnier in 's-Hertogenbosch gewann er und in Queen's erreichte er die Halbfinals. «Ich traue mir zu, Nadal zu schlagen», sagte der 34-Jährige selbstbewusst.

Konta, Williams und Ostapenko weiter

Als zweiter Top-Ten-Spieler nach Stan Wawrinka scheiterte der Japaner Kei Nishikori. Die Weltnummer 9 unterlag dem Spanier Roberto Bautista-Agut (ESP/18) in vier Sätzen. Auch im Turnier der Frauen schied mit Dominika Cibulkova die Nummer 9 des Rankings aus. Die Slowakin zog gegen die Kroatin Ana Konjuh den Kürzeren.

Nach den überraschenden Niederlagen von Petra Kvitova und Karolina Pliskova stieg die Zahl der potenziellen Titelanwärterinnen. Zu ihnen gehören auch die britische Hoffnungsträgerin Johanna Konta, die French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko sowie die fünffache Wimbledon-Siegerin Venus Williams, die mit 37 Jahren und 29 Tagen als älteste Spielerin seit Martina Navratilova 1994 die Achtelfinals erreichte. (oli/sda)

Erstellt: 07.07.2017, 19:25 Uhr

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