«Grand-Slam-Siegerin – das tönt verrückt»

Die 16-jährige ­Rebeka ­Masarova spielt wegen Roger Federer Tennis. Nun ist sie ihm einen Erfolg voraus.

Die 16-jährige Rebeka Masarova gewinnt die French Open der Juniorinnen.

Die 16-jährige Rebeka Masarova gewinnt die French Open der Juniorinnen. Bild: Keystone

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In Paris erzählte die Überraschungs-­Siegerin des Juniorenturniers die Geschichte, wie sie einst zum Tennis gekommen war. «Es war ein regnerischer Tag in der Schweiz, als mein Vater sagte: Lass uns Fernseh schauen, da spielt ein Schweizer im Wimbledonfinal.» Es war der Sonntag im Jahr 2003, und Roger Federer gewann erstmals Wimbledon. «Als er danach die Trophäe hochhielt, sagte ich: Ja, das will ich auch machen.»

Die am 6. August 1999 geborene Baslerin war damals noch nicht ganz vier. Nun, 13 Jahre später, hat sie sich bereits unter die Grossen des Schweizer Tennis eingereiht – zumindest, wenn man sieht, wer bisher in Paris bei den Junioren gewann: Nur Martina Hingis und ­Belinda Bencic schafften dies von den Girls (beide gewannen auch Wimbledon), dazuStan Wawrinka und Heinz Günthardt.


Die Nummern 1 und 2 besiegt

Masarova ist das jüngste von fünf Kindern, ihre Mutter Marivi ist spanischer Abstammung und ihr Coach, ihr Vater hat slowakische Wurzeln und ist Arzt in Basel. Ausser ihren Brüdern war ihre Familie dabei, als sie auf Court 1 gestern den Final gewann. In diesem schlug sie die Nummer 2 des Turniers, die 14-jährige Amerikanerin Amanda Anisimova, nachdem sie tags zuvor schon die topgesetzte Russin Olesya Perwuschine eliminiert hatte. «Ich war enorm nervös, vor allem am Anfang und am Schluss», gab sie nach dem 7:5, 7:5 zu. Sie hatte im zweiten Satz 5:2 geführt, musste aber noch das 5:5 zulassen.

An der Siegerehrung zeigte sich, was die Baslerin von den meisten Gegnerinnen abhebt: ihre Grösse. Mit 1,86 m überragte sie selbst den Mann, der ihr die Siegerschüssel übergab. Dazu kommen eine gute Athletik, Ballsicherheit und – wie sich nun zeigt – die Fähigkeit, grosse Spiele zu gewinnen. «Grand-Slam-Siegerin – das tönt verrückt», sagte die auch spanisch und slowakisch sprechende Baslerin, die von ihrem Coup nicht allzu überrascht war: «Als ich kam, rechnete ich mir schon Chancen aus.» Ihr Ziel sei es nun, die Nummer 1 der ITF-Juniorenrangliste zu werden. Als Nummer 20 war sie in Paris angetreten, nachdem sie schon in Melbourne in den Halbfinals gestanden war. Sie dürfte sich nun in die Top 5 verbessern, und sollte sich ihr Traum vom Wimbledonsieg – ihrem Lieblingsturnier –, in fünf Wochen erfüllen, wäre ihr die Nummer 1 sicher.

In der Liste ihrer Vorgängerinnen in Paris gibt es zwar auch einige unbekannte ­Namen, die meisten konnten sich später aber auch auf der WTA-Tour etablieren – nach Bencic (Siegerin 2013) beispielsweise auch schon ihre Nachfolgerin Daria Kasatkina, die schon auf Rang 32 steht. Masarova möchte auch in diesem Ranking möglichst rasch vorrücken, sie steht erst auf Rang 805. (rst) ()

Erstellt: 05.06.2016, 12:35 Uhr

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