Video: So stürmte Federer zum achten Wimbledon-Titel

6:3, 6:1, 6:4 in 101 Minuten – viel dominanter kann man einen Grand-Slam-Final nicht gewinnen. Das Kurzprotokoll des Finals.

Führt im Head-to-Head gegen Cilic mit 7:1 Siegen: Roger Federer. (Video: Tamedia/AP)

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Achter Sieg im elften Wimbledon-Final – mit weniger Nervenanspannung ist Roger Federer noch nie durch den finalen Akt gekommen. 2005 hatte er gegen Andy Roddick nur 12 Games abgegeben, nun waren es gegen Cilic deren 8. Eine Kurzzusammenfassung.

1. Satz: 6:3 Federer

Das entscheidende Break gelingt Federer zum 3:2, unmittelbar nachdem er im Game zuvor den ersten Breakball des hoch aufgeschossenen Kroaten zunichte gemacht hat. Bei diesem Zwischenspurt gewinnt Federer 11 von 13 Punkten und anschliessend spielt er wesentlich dominanter als in der sehr ausgeglichenen Anfangsphase. Den Satz schenkt ihm Cilic mit einem Doppelfehler.

Generell serviert Cilic zu wenig gut, er bringt nur 49 Prozent der ersten Bälle ins Feld. Die Chancen auf eine Wende stehen für den Aussenseiter nun schlecht, gerade, wenn man den Formstand betrachtet. Federer hat nun seit Beginn des Rasenturniers von Halle 29 Sätze in Serie gewonnen.

2. Satz: 6:1 Federer

Nach einer Spielzeit von 61 Minuten und einem Zwischenstand von 6:3, 6:1 rückt der achte Titel für Federer in greifbare Nähe. Der Kroate kann die Nervosität in seinem ersten Wimbledon-Final auch im zweiten Satz nicht ablegen. Federer nützt genau das aus, drückt in seinem 11. Endspiel an der Church Road aufs Gaspedal und zieht rasch auf 3:0 davon. Gerade einmal 45 Minuten sind gespielt.

Danach kommt der grosse Schockmoment: Cilic lässt sich behandeln und hat Tränen in den Augen. Es geht dann doch weiter, Cilic erhält aufmunternden Applaus der ansonsten klar für Federer eingestellten Fans, ausser einem Ehrengame ändert sich aber nichts an der Spielphysiognomie. Mit einem Ass beendet Federer den zweiten Satz.

3. Satz: 6:4 Federer

In der Pause nach dem zweiten Satz lässt sich Cilic am linken Fuss behandeln. Und die Massnahme bringt kurzzeitig Wirkung. Er verkürzt fortan die Ballwechsel und hält besser mit, unterstützt von den Fans, die an diesem aus neutraler Sicht dramaturgisch enttäuschenden Nachmittag etwas mehr Tennis sehen wollten.

Doch Federer steht der Sinn nicht danach, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. Er schafft das Break zum 4:3, gewinnt das nächste Game problemlos mit nur einem Punktverlust. Bei 5:4 zeigt er auch im wichtigsten Servicegame des Jahres keinerlei Nerven. Nach einem 0:15-Rückstand reagiert er mit Ass, Service-Winner, Service-Winner und einem weiteren Ass, seinem achten beim zweiten Matchball.

Bildstrecke – Federers Triumphe und Tragödien in Wimbledon

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.07.2017, 17:07 Uhr

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