Zu Besuch beim berühmtesten Fussballfan der Welt

Der Spanier Manolo betreibt neben dem Mestalla-Stadion in Valencia eine Bar. Die Liebe zum Club ist aber erloschen.

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Ist er es wirklich? Wie er so dasteht und ein paar Gläser abwischt, wirkt er nicht sonderlich glamourös. Ein Spanien-Trikot, Grösse XXL, das Lächeln schief. Aber ein kurzer Abgleich mit den Bildern an der Wand bestätigt: Wir sind tatsächlich bei Manolo gelandet.

Der berühmteste Fussballfan der Welt hat sich direkt gegenüber der heiligen Stätte Mestalla-Stadion seine eigene kleine Kathedrale eingerichtet. In seiner Bar hängen Dutzende Schals, Hunderte Trikots und vor allem zig kleine Beweise, dass bei Manolo wirklich schon die ganz Grossen der Fussballwelt ein- und ausgingen. Ein Handshake mit Maradona, eine Umarmung mit Raúl. Ein Stelldichein mit dem Papst, ein kritischer Blick zu Sepp Blatter. Manolos Museum böte Stoff für Stunden, seine Geschichte noch für viel mehr.

Zehn Weltmeisterschaften hat er als Anhänger der spanischen Nationalmannschaft miterlebt, stets mit seiner berühmten Pauke vor dem Bauch. 70 Jahre alt wird er bald, 50 davon war er im Fussball unterwegs. Manolo ist älter geworden, auch er zieht nun engere Kreise. Geboren ist er in Saragossa, schon als junger Kerl kam er nach Valencia – und wohnt seit Jahren direkt neben seinem Sehnsuchtsort Mestalla. Das Verhältnis zum FC Valencia ist kompliziert, eigentlich gar ein wenig tragisch.

Der Bruch mit Valencia

2001 spielte Valencia im Endspiel der Champions League gegen Bayern München. Und das im San Siro in Mailand, 74'000 Zuschauer, und natürlich sollte einer von ihnen Manolo sein. Mit Präsident Jaime Orti vereinbarte Manolo, dass er ihm Eintrittskarten beschaffen würde. Daraus wurde dann nichts, Manolo war und ist seither beleidigt. «Nein, ich gehe nicht mehr zurück», sagt er. Der Präsident von damals ist mittlerweile gestorben, dennoch haben Valencia und Manolo bis heute nicht mehr zueinandergefunden.

Ein Rebell ist er geblieben: Einem neuen Tabakgesetz, das ihm den Verkauf von Zigaretten in der Bar verbieten würde, hat er sich nie gebeugt. In Manolos Reich herrscht Manolos Gesetz. Spass versteht er da keinen. Obwohl: Sekunden später zieht er eine Rote Karte aus der Kasse, die er dem Gast dann unter grossem Gelächter zeigt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.11.2018, 15:22 Uhr

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