Der eindrückliche Tribut des spanischen Schwimmers

Fernando Àlvarez gedenkt der Opfer von Barcelona auf eine ganz persönliche Weise.

Fernando Àlvarez, der fünftoberste Schwimmer, verzögert seinen Start. Video: Tamedia/NATACIÓN CÁDIZ NATACIÓN CÁDIZ

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World Masters Championships in Budapest: Der Startschuss fällt, und die Schwimmer stürzen sich ins Wasser – ausser einer. Er bleibt auf dem Startpodest stehen und wartet regungslos, 60 Sekunden lang. Seine Konkurrenten sind schon weit entfernt, als auch er losschwimmt. Der Schwimmer heisst Fernando Àlvarez, er ist Spanier.

Nach dem Terroranschlag in Barcelona bat Àlvarez den internationalen Verband Fina, am Masters eine Schweigeminute abzuhalten, um der Opfer zu gedenken. Dieser kurze Moment des Innehaltens gehörte dieses Wochenende zum Programm vieler Sportveranstaltungen. Vor jedem Fussballmatch in der obersten Liga Spaniens versanken die Zuschauer eine Minute in Schweigen.

Nicht so aber in der Schwimmarena von Budapest, wo diese Tage die World Masters Championship stattfindet. Es sind Weltmeisterschaften für Schwimmer, die älter als 25-jährig sind. Fünf Jahrgänge zusammengenommen bilden jeweils eine Alterskategorie. Organisiert werden sie von der Fina. Die älteste Kategorie ist für 90- bis 94-Jährige.

Die Antwort der Fina auf Àlvarez’ Vorschlag war deutlich: «Wir haben dafür keine Zeit.» Also entschied sich der 71-Jährige dafür, den Opfern einen ganz persönlichen Tribut zu zollen. Mit seinem verzögerten Start verzichtete er über 200-Meter-Brustschwimmen auf seine Medaillenchancen, er wurde nicht ins Klassement aufgenommen. Das war für Àlvarez aber nicht von Bedeutung: «Was ich in diesem Moment fühlte, war wichtiger als alle Goldmedaillen dieser Welt.»

Der andalusische Schwimmverein Cadiz lobt sein Mitglied Àlvarez für seine persönliche Schweigeminute. (va)

Erstellt: 21.08.2017, 17:45 Uhr

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