22 Millionen Dollar Entschädigung für gelähmten Boxer

Ein Schwergewichtsboxer kann kaum mehr gehen und sprechen, weil die ärztliche Versorgung nach verlorenem Kampf ungenügend war.

Nach diesem Kampf war alles anders: Magomed Abdusalamov (links) boxt im November 2013 gegen Mike Perez. Bild: Getty Images

Nach diesem Kampf war alles anders: Magomed Abdusalamov (links) boxt im November 2013 gegen Mike Perez. Bild: Getty Images

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Schauplatz war der Madison Square Garden in New York: Im Kampf gegen Mike Perez erlitt Magomed Abdusalamov im November 2013 eine Niederlage nach Punkten. Der damals 32-jährige Russe kassierte einige harte Schläge, machte aber bis zum Schluss weiter. Im 19. Profikampf seiner Karriere verlor er zum ersten Mal. Viel schlimmer aber war sein Zustand nach dem Kampf: Stark angeschwollenes Gesicht und Anzeichen eines Schädel-Hirn-Traumas.

Die Organisatoren des Boxabends schenkten ihm keine grosse Aufmerksamkeit, weil erst danach der Hauptkampf des Abends stattfand. Ein Arzt der Athletikkommission des Staates New York stellte vor Ort zwar Zeichen eines Schädel-Hirn-Traumas fest. Wie die «New York Times» schreibt, standen unweit sogar zwei Krankenwagen. Trotzdem wurden der Boxer und sein Staff auf die Strasse geschickt, um ein Taxi zu rufen und ins nächste Spital zu fahren.

Schlaganfall und einseitige Lähmung

Eine Überwachungskamera an der Strassenecke zeigt, wie Abdusalamov dann umfällt, erbricht und panisch ein Taxi sucht. In der Notfallaufnahme des Spitals wurde klar, wie schwer der Hirnschaden war. Das Kampfsport- und Athletik-Magazin «GNP1» schreibt, dass er in ein künstliches Koma versetzt wurde, um die Hirnschwellungen abklingen zu lassen.

Sein Zustand verbesserte sich jedoch nicht, im Koma erlitt Abdusalamov einen Schlaganfall. Erst mehrere Monate später konnte er das Spital verlassen. Heute ist er einseitig gelähmt, kann nicht gehen und kaum sprechen. «Langsam setzt er Wörter zusammen, aber für einen Aussenstehenden tönt es nur nach einem Murmeln», sagt der Rechtsanwalt der Familie, Paul Edelstein. Abdusalamov ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Rekordbetrag für einzelnes Opfer

Weil der Arzt vor Ort falsch reagierte, hat der Staat New York der Klage der Familie nun recht gegeben und bezahlt eine Entschädigung von 22 Millionen Dollar. Wie Edelstein sagt, sei dies der höchste Betrag, den der Staat New York jemals einem einzelnen Opfer zusprach. Die Familie setzt die Anklage gegen die drei Ärzte, die beim Kampf zugegen waren, dennoch fort.

Laut Edelstein bringt die Entschädigung viel: «Das Leben der Familienmitglieder war enorm eingeschränkt. Das Geld hilft, damit sie sich noch besser um den Vater kümmern können.» Der Ehefrau hingegen bleibt nur die Trauer: «Ich würde all das Geld eintauschen, wenn ich den alten Mago zurückbekommen könnte. Ich kann das Glück, das wir hatten, nicht zurückkaufen.» (te)

Erstellt: 12.09.2017, 20:42 Uhr

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