Im Schaufenster der Grand Central Station

Der Schweizer Squashprofi Nicolas Müller spielt an einem der wichtigsten Turniere der Welt heute um den Einzug in die Viertelfinals.

Die Grand Central Station ist seit 1997 Schauplatz des Tournament of Champions.

Die Grand Central Station ist seit 1997 Schauplatz des Tournament of Champions. Bild: Keystone

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Unter den riesenhaften Kronleuchtern in der New Yorker Grand Central Station befindet sich in diesen Tagen der Arbeitsplatz von Nicolas Müller. Der 27-Jährige vom SC Sihltal steht am mit 150'000 Dollar dotierten Tournament of Champions nach drei Siegen unter den letzten sechzehn und trifft dort heute auf den Weltranglistenzehnten Simon Rösner, seinen Trainingspartner und besten Freund auf der Profitour. Im Ranking trennen Müller und Rösner inzwischen 22 Plätze, die Tendenz zeigt beim zehnfachen Schweizer Meister nach einer schwierigen Phase mit vielen Blessuren aber wieder deutlich nach oben.

«Vor allem meine Beine sind stärker geworden. Ich habe viel Kraft- und Fitnesstraining gemacht in letzter Zeit, das zahlt sich allmählich aus», sagt Müller und fügt an: «Ich erwarte einen sehr harten Match gegen Simon. Wir kennen uns extrem gut und trainieren jeden Tag zusammen. Ein ganz besonderes Spiel in einer ganz besonderen Atmosphäre.»

Am Grasshopper Cup 2014 in Zürich war Müller einem grossen Sieg gegen Rösner schon einmal ganz nahe. Erst nach fünf Sätzen und 82 Minuten musste er sich damals geschlagen geben. 2014 war auch das Jahr, in dem der frühere Junioren-Europameister mit Position 17 seine bisher höchste Klassierung in der Weltrangliste erreichte. Zumindest leistungsmässig ist er nun wieder in ähnlichen Regionen angekommen. Den Inder Saurav Ghosal, die Weltnumer 23, bezwang er in seinem letzten Spiel in New York souverän mit 11:6, 11:8, 13:11 – obwohl er in den Durchgängen 2 und 3 weit zurückgelegen hatte, einmal sogar mit 1:7.

Müllers nächstes Ziel ist genau jener 23. Rang im Ranking, den zurzeit Ghosal belegt. Er ist der letzte, der einen Platz im Hauptfeld der grossen Turniere garantiert. Wer weiter hinten klassiert ist, muss ausser im Fall von Absagen durch die Qualifikation.

Seit Sommer 2016 lebt Nicolas Müller nicht mehr in Hirzel bei Zürich, sondern im deutschen Paderborn. Dort kann er mit Rösner trainieren und mit Raphael Kandra, dem zweiten Deutschen in den Top 50 der Weltrangliste. Neben Fitness-, Kraft-, Geschicklichkeits- und Techniktraining ist aus Müllers Alltag Yoga inzwischen nicht mehr wegzudenken. «Zusammen mit Stretching hilft es mir, jenen muskulären Problemen vorzubeugen, die ich in der Vergangenheit immer wieder hatte», sagt der Squashprofi.

Ins Fernsehen hat es sein Sport trotz der deutlich verbesserten Visibilität durch weisse Bälle und Vierwandglascourts noch nicht dauerhaft geschafft. Immerhin sind die Spiele der grossen Turniere aber auf der Website des TV-Senders Eurosport live abrufbar, allerdings nur für Abonnenten. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.01.2017, 12:34 Uhr

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