«Es bricht eine kleine Welt zusammen»

Nach dem Ausscheiden im WM-Kombinationsslalom von Garmisch sass die Enttäuschung bei den beiden Schweizern Silvan Zurbriggen und Beat Feuz tief.

Enttäuschter Silvan Zurbriggen: Die gute Ausgangslage nicht genutzt. (Video: www.skionline.ch)
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Zurbriggen fand trotz guter Ausgangslage nach der Abfahrt (6. Rang) den Weg aufs Podest nicht. Auf sulzigem Schnee bei frühlingshaften Temperaturen (12 Grad) fand er den Rhythmus beim Slalom auf dem steilen Gudiberg nie und fädelte im mittleren Teil ein. «Ich weiss nicht, wann das zuletzt passiert ist», meinte der Walliser nach dem missglückten Wettkampf.

Zurbriggen zeigte sich nach der Ernüchterung auf der Piste psychisch gezeichnet. «Das ist bitter. Es fehlen mir die Worte. Sport kann halt brutal sein», sinnierte der geschlagene Walliser. «Es bricht eine kleine Welt zusammen.» An der Vorbereitung hätte es nicht gelegen, sagte der sonst souveräne Allrounder weiter. «Im Moment sitzt die Enttäuschung tief, es ist alles noch so nah. Ich brauche jetzt eine Pause, um alles analysieren zu können.»

Spätes Missgeschick von Feuz

Fast noch ärgerlicher war das Ausscheiden von Beat Feuz, der drauf und dran war, eine Medaille herauszufahren. Wenige Tore vor Schluss fädelte jedoch auch der Schangnauer ein. «Ich habe beherzt angegriffen. Es ist schade, dass es nicht aufgegangen ist. Es war an und für sich bis zum Fehler mein bester Slalom-Lauf im Weltcup. Aber das kann in einer Kombination passieren. Im Moment ist es hart, dieses Verdikt zu schlucken», meinte der 24-jährige Feuz, der nach einer starken Abfahrtsleistung auf der schwierigen Kandahar-Piste den 2. Platz belegt hatte.

Zweifellos hat Feuz in Garmisch bewiesen, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen ist. In der ersten Enttäuschung ist aber diese Erkenntnis für den Fahrer wenig wert.

Svindal ist der verdiente Sieger

Aksel Lund Svindal holte sich seinen bereits vierten WM-Titel, den zweiten in der Super-Kombination nach 2009. Der 28-jährige Norweger fuhr in der Abfahrt vor Feuz Bestzeit. In der Spezialabfahrt gehörte Svindal noch zu den vielen Sturzopfern im Zielraum, weshalb er das Stadion ziemlich «groggy» verlassen hatte. Zwei Tage später präsentierte sich der Freund von Julia Mancuso in alter Frische. Eindrücklich war insbesondere, wie souverän Svindal seinen Vorsprung im Stangenwald verteidigte.

Selbstverständlich war das nicht. Denn Peter Fill und vor allem Christof Innerhofer, der weniger als sieben Zehntel auf Benjamin Raich einbüsste, hatten mit starken Slalomleistungen vorgelegt und nicht zum ersten Mal bewiesen, dass sie auch mit den kürzesten Skiern bestens zurechtkommen. Mit einem kompletten Medaillensatz ist Innerhofer bis jetzt die grosse Figur dieser WM. Fill gewann seine zweite WM-Medaille, nachdem er in Val d'Isère hinter Didier Cuche Zweiter im Super-G geworden war. Dieser Didier Cuche ist auch nach sechs von elf WM-Rennen noch der einzige Schweizer Medaillengewinner in Garmisch-Partenkirchen.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.02.2011, 15:47 Uhr

(Video: www.skionline.ch)

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WM-Super-Kombi, Garmisch

Schlussklassement, Männer:
1. Aksel Lund Svindal (No) 2:54,51.
2. Christof Innerhofer (It) 1,01 zurück.
3. Peter Fill (It) 1,90.
4. Benjamin Raich (Ö) 2,17. 5. Ondrej Bank (Tsch) 2,39. 6. Paolo Pangrazzi (It) 2,84. 7. Lars Elton Myhre (No) 2,99. 8. Natko Zrncic-Dim (Kro) 3,20. 9. Andreas Romar (Fi) 3,54. 10. Kjetil Jansrud (No) 3,91. 11. Georgi Georgjev (Bul) 4,35. 12. Joachim Puchner (Ö) 4,45. 13. Björn Sieber (Ö) 4,93. 14. Mirko Deflorian (Mol) und Tim Jitloff (USA) 5,78.

16. Ferran Terra (Sp) 6,50. 17. Martin Vrablik (Tsch) 6,97. 18. Tin Siroki (Kro) 7,01. 19. Jaroslav Babusiak (Slk) 7,79. 20. Juri Daniloschkin (WRuss) 7,86. - 34 gestartet, 28 klassiert.

Die besten Laufzeiten. Abfahrt (Piste Kandahar 2, 3300 m Länge, 920 m HD, 44 Tore, Kurssetzer Helmuth Schmalzl/FIS/It): 1. Svindal 1:59,49. 2. Feuz 0,63 zurück. 3. Innerhofer 1,18. 4. Fill 1,34. 5. Bank 1,51. 6. Zurbriggen 1,62. 7. Romar 1,70. 8. Paris 2,02. 9. Kevin Esteve Rigail (And) 2,32. 10. Miller 2,52. Ferner: 12. Raich 3,01. 18. Myhre 3,90. - 41 Fahrer gestartet, 34 klassiert. - Ausgeschieden u.a.: Hans Olsson (Sd), Romed Baumann (Ö).

Slalom (Piste Gudiberg, 210 m HD, 62 Tore, Kurssetzer Massimo Carca/It): 1. Myhre 54,11. 2. Raich 0,07 zurück. 3. Jitloff 0,16. 4. Zrncic-Dim 0,35. 5. Pangrazzi 0,58. 6. Innerhofer 0,74. 7. Svindal 0,91. 8. Vrablik 1,40. 9. Fill 1,47. 10. Puchner 1,59. Ferner: 12. Bank 1,79. - Ausgeschieden u.a.: Silvan Zurbriggen (Sz), Beat Feuz (Sz), Bode Miller (USA), Ted Ligety (USA), Dominik Paris (It).

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