Legendäres Ziel-S am Lauberhorn: Entschärft oder verschandelt?

Das legendäre Ziel-S in der Lauberhorn-Abfahrt ist entschärft worden. Das führt nicht nur in Wengen zu einer hitzigen Debatte.

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Die Abfahrer tauchen in Wengen in eine andere Welt ein. Am Fusse der Berge Eiger, Mönch und Jungfrau scheinen die Uhren ein wenig langsamer zu ticken. Der auf 1274 Metern gelegene und autofreie Kurort ist ausschliesslich mit dem Zug zu erreichen. «Wengen ist wie Jurassic Park», brachte es der aktuelle Gesamt-Weltcup-Leader Benjamin Raich auf den Punkt. «Das ist ein echtes Urgestein, eine traditionelle, sensationelle Strecke», schwärmt Michael Walchhofer, der führende im Abfahrts-Weltcup. Auch Hermann Maier zeigt sich immer wieder tief beeindruckt: «Das ist die schönste Kulisse, die wir weltweit haben.»

Erste Aufschlüsse in den Trainings

Rund zweieinhalb Minuten lang gehen die Athleten über Hundschopf, Minschkante, Brüggli, Hanegg-Schuss und Ziel-S - mit total 4,48 km die längste Weltcup-Abfahrt der Welt – ans Limit. Doch 2009 ist Wengen ein wenig anders, denn als Folge der anhaltenden Sicherheitsdiskussionen wurde das Ziel-S, in dem 1991 der Österreicher Gernot Reinstadler tödlich verunglückt war, entschärft.

Man darf gespannt sein, wie sich die Verbreiterung um rund 15 Meter und das Abtragen der Kante wirklich auswirken, das heutige Training wird die ersten Aufschlüsse bringen. Wer sich das alte Ziel-S gewohnt ist, erschrickt bei dem, was er heute sieht: Ein breite Schneise, von einem selektionierenden «S» keine Spur mehr, und der Sprung ist auch weg. Die Diskussionen sind im Gang, ob hier der richtige Weg gewählt wurde mit dieser vom Internationalen Ski-Verband (FIS) angeordneten Massnahme.

Das Votum des Rennleiters

Urs Näpflin, Rennleiter des Lauberhornrennens, unterstützt diese bauliche Veränderung. «Wir vom OK stehen 100 Prozent hinter diesem Entscheid. Es wurde uns auch nichts von der FIS befohlen. Wir haben jedenfalls kein Verständnis für Leute, die behaupten, dass die Strecke kastriert worden sei. Schliesslich geht es ja um den Sport und die Sicherheit der Fahrer», hat Näpflin gegenüber dem Schweizer Fernsehen erklärt.

Doch: Wurde hier nur entschärft oder schon verschandelt? Bekommen die Zuschauer im ohnehin schon sehr kurzen Ziel-Abschnitt überhaupt noch etwas zu sehen, das spannender ist als ein Skispringer im Auslauf? Was sagt man beim Schweizer Fernsehen dazu? «Wir sagen nichts mehr», sagen Produzent Peter Minder und Regisseur Beni Giger. (Skionline)

Erstellt: 14.01.2009, 14:03 Uhr

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