Nur Jansrud schlägt Feuz in Kvitfjell

Der Norweger Kjetil Jansrud holt in Kvitfjell vorzeitig die Super-G-Kristallkugel. Mauro Caviezel wird erst spät vom Podest verdrängt.

Heute unschlagbar: Kjetil Jansrud auf dem Weg zum Sieg.

Heute unschlagbar: Kjetil Jansrud auf dem Weg zum Sieg. Bild: Keystone

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Die Schweizer Speedfahrer zeigten in Kvitfjell den besten Super-G des Winters. Hinter dem Norweger Kjetil Jansrud, der sich den Disziplinen-Weltcup sicherte, schaffte es Beat Feuz wie schon in der Abfahrt tags zuvor als Zweiter aufs Podium. Mauro Caviezel wurde Sechster.

Einzig an den Olympischen Spielen, wo Feuz hinter dem Österreicher Matthias Mayer die Silbermedaille gewonnen hatte, resultierte im bisherigen Winter ein Schweizer Podiumsplatz im Super-G. Im Weltcup dagegen war der in Kitzbühel herausgefahrene 6. Platz von Feuz das beste Saison-Ergebnis. «Der Super-G ist für mich wie eine Lotterie», sagte der Emmentaler vor dem Rennen. Doch dann zog er ein Los, mit dem er gewiss zufrieden sein durfte. Nur 22 Hundertstel fehlten dem Emmentaler gar zum Sieg. Letztmals gewann er in dieser Disziplin vor zwei Jahren beim Finale in St. Moritz.

Überzeugender Caviezel

Neben Feuz überzeugte aber auch Mauro Caviezel, der lange ebenfalls auf einen Podestplatz hoffen durfte, dann aber durch drei mit hohen Nummern gestartete Fahrer noch auf Platz 6 verdrängt wurde. Zunächst setzten sich der Norweger Adrian Sejersted mit der 25 und der Kanadier Manuel Osborne-Paradis mit der 30 vor ihn, und als wäre das nicht genug, folgte auch noch der Franzose Brice Roger, der sich mit Startnummer 49 auf Platz 3 setzte, nur elf Hundertstel hinter Feuz.

Caviezel war im aktuellen Winter nie besser als 19. und damit deutlich unter Wert klassiert. Der Bündner, vor einem Jahr beim Finale in Aspen als Dritter auf dem Podium, konnte auf der eisigen Unterlage in Kvitfjell endlich einmal seine Qualitäten in ein gutes Resultat umsetzen, welches ihm doch noch dazu verhalf, nächste Woche beim Finale in Are auch im Super-G antreten zu dürfen. Denn erst durch seinen 6. Platz schaffte er den Vorstoss in die Top 25, die in Schweden starten können. Dort werden von den Schweizern auch Gilles Roulin (in Kvitfjell als 17. drittbester Schweizer) und Thomas Tumler (49. nach einem kapitalen Fehler) vertreten sein.

Norwegens grosse Serie hält an

Kjetil Jansrud errang seinen bereits siebenten Weltcupsieg in seiner Heimat. Rekordsieger in Kvitfjell, wo er nun exakt ein Drittel seiner nunmehr 21 Weltcupsiege eingefahren hat, war er schon vorher. Wichtiger für ihn war, dass er sich die kleine Kristallkugel für den Super-G-Weltcup zum dritten Mal nach 2015 und 2017 sichern konnte. «Das bedeutet mir unglaublich viel», sagte Jansrud. Wie Feuz hatte der 32-Jährige in Pyeongchang eine Silber- und eine Bronzemedaille gewonnen, doch Platz 1 war in diesem Winter nur einmal – Ende November beim Super-G in Lake Louise – an ihn gegangen.

Fünf Mann inklusive Jansrud hatten sich vor dem Rennen noch Chancen in der Disziplinenwertung ausrechnen dürfen. Doch Aksel Lund Svindal leistete sich einen seiner seltenen Ausfälle, und die Österreicher Hannes Reichelt (7.), Max Franz (8.) und Vincent Kriechmayr (13.) sammelten zu wenige Punkte, um Jansrud noch gefährden zu können.

Somit erfuhr die grosse Serie der Norweger eine Fortsetzung. Zum siebenten Mal hintereinander geht die kleine Kugel für den Super-G nach Norwegen. Didier Cuche war 2011 der letzte Gewinner, der nicht norwegisch spricht. Seither hatte sich Svindal die Trophäe dreimal geholt, hinzu kommen Aleksander Kilde (Gewinner 2016) und eben Jansrud. Eine solche Serie war bisher nur den Österreichern gelungen, die von 1998 bis 2004 ebenfalls sieben Mal in Folge den Kristallkugel-Gewinner im Super-G stellten.

Kvitfjell (NOR). Weltcup-Super-G der Männer:
1. Kjetil Jansrud (NOR) 1:33,21. 2. Beat Feuz (SUI) 0,22 zurück. 3. Brice Roger (FRA) 0,33. 4. Adrian Sejersted (NOR) 0,34. 5. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 0,44. 6. Mauro Caviezel (SUI) 0,45. 7. Hannes Reichelt (AUT) 0,47. 8. Max Franz (AUT) und Thomas Dressen (GER), je 0,57. 10. Andreas Sander (GER) 0,58.

Ferner: 12. Adrien Théaux (FRA) 0,66. 13. Vincent Kriechmayr (AUT) 0,67. 17. Gilles Roulin (SUI) 0,82. 22. Aleksander Kilde (NOR) 1,05. 25. Urs Kryenbühl (SUI) 1,18. 33. Dominik Paris (ITA) 1,40. 42. Stefan Rogentin (SUI) 2,10. 43. Gian Luca Barandun (SUI) 2,16. 46. Ralph Weber (SUI) 2,40. 49. Thomas Tumler (SUI) 2,99. - 62 Fahrer gestartet, 51 klassiert. - Ausgeschieden u.a.: Marc Gisin (SUI), Aksel Lund Svindal (NOR) und Matthias Mayer (AUT).

Männer. Gesamtwertung (nach 33 von 37 Rennen):
1. Marcel Hirscher (AUT) 1494 (steht als Gewinner fest). 2. Henrik Kristoffersen (NOR) 1205. 3. Kjetil Jansrud (NOR) 815. 4. Beat Feuz (SUI) 796. 5. Aksel Lund Svindal (NOR) 776. 6. Alexis Pinturault (FRA) 687. Ferner: 20. Daniel Yule (SUI) 370. 22. Luca Aerni (SUI) 333. 23. Ramon Zenhäusern (SUI) 326. 25. Mauro Caviezel (SUI) 322.

Super-G (nach 5 von 6 Rennen):
1. Jansrud 360 (steht als Sieger fest). 2. Hannes Reichelt (AUT) 222. 3. Vincent Kriechmayr (AUT) 220. 4. Svindal 214. 5. Max Franz (AUT) 204. 6. Feuz 174. Ferner: 19. Gilles Roulin (SUI) 60. 21. Thomas Tumler (SUI) 57. 22. Caviezel 55.

Nationen (nach 68 von 77 Wertungen):
1. Österreich 9614. 2. Schweiz 7747. 3. Italien 6089. 4. Norwegen 5839. 5. Frankreich 4032. 6. USA 3879. Ferner: 11. Liechtenstein 811. - Männer: 1. Österreich 5117. 2. Norwegen 4255. 3. Schweiz 3392. - Frauen: 1. Österreich 4497. 2. Schweiz 4355. 3. Italien 3595.
(mro/fal/sda)

Erstellt: 11.03.2018, 14:33 Uhr

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