Gold für Schweizer Skiakrobaten

Das Märchen des Schweizer Aerials-Teams findet an den Weltmeisterschaften in Deer Valley seine Fortsetzung. Nach Roth gewinnt die Schweiz auch im Mixed-Team-Event.

Das Team mit Bouvard, Gygax und Roth zeigt eine sensationelle Leistung und lässt die Konkurrenz hinter sich. (Video: Twitter/FISfreestyle)

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Was war das für ein Exploit, als Skiakrobat Noé Roth in der Nacht auf Donnerstag überraschend zu WM-Bronze gesprungen war. In der Nacht auf Freitag setzten die Swiss-Ski-Athleten in dieser Disziplin sogar nochmals einen drauf: Carol Bouvard, Nicolas Gygax und Noé Roth sicherten der Schweiz im Mixed-Team-Event Gold. Eine Leistung, die dem blutjungen Team von Chefcoach Michel Roth – Gygax trat mit 22 Jahren als Leader des Trios in Erscheinung – nicht hoch genug angerechnet werden kann.

Das Schweizer Trio darf sich einem Eintrag in den Geschichtsbücher sicher sein: Bouvard, Roth und Gygax sicherten sich den WM-Titel in einer Disziplin, die ihre Premiere an Grossanlässen feierte. Mit 303,08 Punkten distanzierten die Schweizer die beiden zu favorisierenden Equipen aus China (297,82 Punkte) und Russland (296,74). «Damit hätte ich nie gerechnet. Ich dachte mich, dass ein Podestplatz allenfalls möglich sei. Aber an den Sieg dachte ich nicht», sagte Roth jr. nach der Entscheidung. Eine tolle Nachricht ist der Sieg auch im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking: Dort werden im Mixed-Team-Event der Aerials-Athleten erstmals Olympia-Medaillen vergeben.

Feiern und strahlen sichtlich über ihre Goldmedaille: Carol Bouvard, Nicolas Gygax und Noé Roth. (Bild: Keystone/George Frey)

Roth in Not, Leader Gygax und Kämpferin Bouvard

Der erst 18-jährige Roth hatte bereits in der Nacht auf Donnerstag für einen Exploit gesorgt, als er im Wettkampf der Männer Bronze gewinnen konnte. Auch im Team-Event behielt der Zuger als jeweils abschliessender Springer die Nerven. Zwar bekundete Roth bei seinem "Double Full-Full-Full" (drei Salti mit vier Schrauben) im Superfinal etwas Probleme bei der Landung, rettete sich aber in extremis souverän.

Den Sieg sicherte der Schweiz im Final allerdings Leader Gygax. Der 22-Jährige, der erst im Alter von 15 Jahren vom Turnen in den Aerials-Sport wechselte, erhielt für seinen "Full-Double Full-Full" mit 121,68 Punkten die höchste Bewertung sämtlicher Final-Springer. «Dabei war es mir im Training nicht wirklich gut gelaufen», sagte Gygax. «Im Wettkampf, als es dann darauf ankam, habe ich aber endlich mal einen sauberen Sprung herunter gebracht.»

Damit sich die beiden Männer allerdings erfolgreich in Szene setzen konnte, musste Carol Bouvard ihre Auftakt-Sprünge jeweils sauber gestalten. Dabei bewies die Zürcherin, wie sehr sie auf die Zähne beissen kann. Bei ihrem ersten Sprung schlug sie nach der Landung mit ihrer Nase auf dem Knie auf: «Die Nase ist wohl gebrochen», befand Bouvard. Dennoch sprang sie weiter und hielt sich und ihr Team im Rennen um die Medaillen.

Arbeit an der Landung macht sich bezahlt

Am Ursprung des jüngsten Erfolgs steht einmal mehr der Name Roth. Diesmal sogar gleich doppelt. Während die Schweiz in Noé Roth während der gesamten Wettkampf-Tage den konstantesten Springer gestellt hatte, besass sie in Michel Roth auch den erfahrensten und besten Coach. Roth legt in der Vorbereitung seit Jahren das Hauptaugenmerk auf die Landung der Sprünge. Im Teamevent, aber auch schon in den Tagen davor, machte sich dieser Fokus bezahlt. Praktisch alle seine Athleten brachten ihre Sprünge sauber in den Schnee, während die Konkurrenz durchaus auch einmal patzte.

Pech für Teamkollegen

Während sich Noé Roth, Nicolas Gygax und Carol Bouvard über den WM-Titel im Mixed-Team-Event freuen, muss der 19-jährige Pirmin Werner einen gesundheitlichen Rückschlag verkraften.

Der talentierte Schaffhauser hat sich am Mittwoch im Training auf den Wettkampf der Männer einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zugezogen, wie Abklärungen im Spital ergaben. Werner war trotz der Knieverletzung zum Final-Wettkampf gestartet und beendete die WM im beachtlichen 9. Rang. (sda)

Erstellt: 08.02.2019, 07:42 Uhr

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