Aussen Opel, innen Peugeot

Der Crossland X, den Opel im Sommer lanciert, wirkt wie ein Symbol für den Zusammenschluss mit PSA.

Schaffte es doch noch auf die Genfer Bühne: der Opel Crossland X. Foto: PD

Schaffte es doch noch auf die Genfer Bühne: der Opel Crossland X. Foto: PD

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Vielleicht hätte er die Show gestört. Oder dem neuen Markenflaggschiff Insignia den Platz auf der Bühne streitig gemacht. Zuerst wollte Opel sein neues, kleines Stadt-SUV Crossland X nicht an der Geneva International Motorshow präsentieren. Aber dann überholte die Aktualität die Planung: Nach der Bekanntgabe, dass Opel von der Noch-Mutter General Motors zum PSA-Konzern wechselt, wurde der Crossland X doch noch auf die Genfer Bühne gerollt.

Dies wohl als eine Art Symbol für die neue Konstellation. Denn der Fünfplätzer ist das erste sichtbare Ergebnis der bereits seit 2012 währenden Kooperation von GM und PSA. Bei Einkauf und Entwicklung arbeiten beide eher hinter den Kulissen zusammen, aber nun kommen in diesem Jahr gleich zwei neue Opel-Modelle auf den Markt, die auf PSA-Plattformen konzipiert wurden: im Sommer der Crossland X auf Peugeot-2008-Basis, Ende Jahr dann der Grandland X, der auf der Plattform des Peugeot 3008 steht.

Ersterer gewährt nun schon einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden gemeinsam entwickelten Modelle, wenn Opel von GM entflochten und mit PSA neu verflochten sein wird. Spannend wird die Frage sein, wie die Marken optisch und technisch voneinander abgegrenzt werden. Beim Crossland X ist die Antwort noch einfach: «Alles, was man anfassen kann, ist von uns», sagt Opel-Designer Daniel Schmitt.


Fahrtüchtig der Motor

Dreizylinder-Benziner und Vierzylinder-Turbodiesel werden den Crossland X antreiben. Die Hubräume verraten, dass sie aus dem PSA-Regal kommen – obwohl Opel seine Antriebspalette mit kleinen Motoren komplett neu entwickelt hat. Die Benziner leisten 81 bis 130 PS, die Diesel 99 bis 120 PS.


Fakultativ die Ausstattung

Opel baut optional ein, was die eigenen Regale hergeben: adaptive LED-Scheinwerfer, Smartphone-Einbindung, selbsttätiges Parkieren, automatisches Notbremssystem, Totwinkel-Warner, 180-Grad-Rückfahrkamera und das Concierge-System On Star. Die Preise stehen allerdings noch nicht fest.


Figurbewusst das Design

Die Chromwelle kennt man vom Astra, die klingenförmige Falze in der Flanke vom Insignia, und die Front schaut so bullig aus wie beim Mokka: Dieses Design kommt ganz klar aus Rüsselsheim. Obwohl grössenmässig ähnlich positioniert, ist der Fünfplätzer aber schlanker als der Mokka.


Frontal der Antrieb

X und Crossland, das klingt nach cross im Sinne von querfeldein. Aber Opels Neuer muss mit Frontantrieb auskommen, weil Allrad für die PSA-Plattform nicht vorgesehen ist – überhaupt bietet PSA keinen mechanischen 44. Opel-Kunden mit Drang zur Schotterpiste müssen weiterhin zum Mokka greifen.


Familiär die Funktionalität

Der Crossland X soll – obwohl nominal ein SUV – den kleinen Van Meriva gleich mit ersetzen. Deshalb ist optional eine um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank lieferbar – für mehr Fuss- oder Stauraum. Letzterer liegt bei 410 bis 1255 Litern mit flachen Rücksitzlehnen. Diese lassen sich im Verhältnis 60:40 umklappen.


Freundlich der Innenraum

Auf den ersten Blick hat Designer Schmitt recht: Was man anfasst, sieht nach Opel aus. Aber darunter stecken Peugeot-Komponenten wie der Schalthebel und die Handbremse, deren Griff exakt gleich wie im Peugeot 2008 positioniert ist. Beim Infotainment baut Opel sein eigenes System ein.


Frisch das Konzept

Der Crossland X ist maximal zum Erklimmen von Bürgersteigkanten gedacht – er ist zwar ein SUV, aber ohne die typischen Offroader-Attribute. Ein wachsendes Segment, weil vor allem ältere Kunden hohe Sitzposition und gute Übersicht schätzen, aber nicht in einem ältlichen Van vorfahren wollen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.03.2017, 16:45 Uhr

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