Ein Snob auf Speed

Mit dem DBS Superleggera baut Aston Martin den wahren Gentleman unter den Supersportwagen.

Obwohl der Superleggera 340 km/h erreicht, kommt er ohne Flügelwerk aus. Foto: PD

Obwohl der Superleggera 340 km/h erreicht, kommt er ohne Flügelwerk aus. Foto: PD

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James Bond muss mal wieder Abschied vom Dienstwagen nehmen. Denn Aston Martin mustert den Vanquish aus und schickt stattdessen nach den Sommerferien für bescheidene 274'995 Euro aufwärts (der Schweizer Preis steht noch nicht fest) den DBS Superleggera ins Rennen.

Damit feiern die Briten an der Spitze ihrer Modellpalette gleich das Comeback zweier berühmter Namen, wie Firmenchef Andy Palmer sagt. DBS hat Aston Martin das erste Mal 1967 auf ein von David Brown entwickeltes Auto geschrieben, und mit dem Zusatz Superleggera tragen sie der Leichtbautradition der Carozzeria Touring aus Italien Rechnung, die immer mal wieder einen Aston Martin veredelt hat.

Die Namen mögen zwar alt und vertraut sein. Aber das Styling ist komplett neu und orientiert sich am DB11, mit dem die Briten vor drei Jahren ihre Erneuerung begonnen haben. «Clean and mean», glatt und gemein sieht das Coupé deshalb aus, bewahrt aber wie alle Aston Martin seinen britischen Stil und wird so zum Gentleman unter den Supersportwagen. Denn obwohl der DBS 340 km/h erreicht, kommt der mit Karbon verkleidete und auf der aktuellen Aluminiumarchitektur aufgebaute Vanquish-Nachfolger ohne peinliches Flügelwerk aus und wahrt so die Etikette.

Leistungssportler und Luxusliner

Auch innen suchen die Briten die Balance zwischen Leistungssportler und Luxusliner und bauen deshalb zum Beispiel straff konstruierte Sitze ein, die aber mit feinstem Leder bezogen sind. Und dank der Elektronikarchitektur von Kooperationspartner Mercedes-Benz gibt es zudem jede Menge Hightechinfotainment – vom Commandcontroller auf dem Mitteltunnel bis zum Navibildschirm mit 360-Grad-Kamera.

Unter der langen Haube steckt so tief wie möglich eine neue Evolutionsstufe des hauseigenen Zwölfzylinders, den die Briten im Lohnauftrag bei Ford in Köln fertigen lassen: 5,2 Liter gross und von zwei Turbos unter Druck gesetzt, leistet er jetzt 725 PS und reisst mit einem Drehmoment von bis zu 900 Nm an den 21-Zöllern auf der Hinterachse. Gezähmt von einer neuen Achtgangautomatik von ZF, die ebenfalls im Heck montiert ist, sprintet der DBS Superleggera damit in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 und danach ungerührt weiter, bis am Ende 340 Sachen auf dem Tacho stehen.

Firmenchef Andy Palmer kommt beim Blick auf den DBS Superleggera denn auch kaum aus dem Schwärmen heraus. «Damit melden wir uns nicht nur im Segment der Super Gran Turismos zurück», freut sich der Brite. «Sondern mit seinem spektakulären Design, der ambitionierten Technik und seinem ausgewogenen Fahrverhalten ist der DBS Superleggera zugleich ein würdiges Flaggschiff für unsere Marke.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.06.2018, 06:16 Uhr

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