Preistreiber Trump – Davoser Schlafsaalbett für 450 Franken

Übernachten in einem Massenschlag kostet diese Woche noch 47 Franken. Auf das Zehnfache steigt der Preis während des WEF.

Ist Donald Trump ein Tourismus-Magnet? Sein Besuch soll den Tourismus in der Region ankurbeln. Video: SDA/Tamedia

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Die Meldung, wonach Donald Trump ans WEF kommt, gab der bereits hohen Nachfrage nach Hotelzimmern in Davos und der Umgebung nochmals Schub. Wer diesen Mittwoch auf der Buchungsplattform Booking.com nach der günstigsten Davoser Schlafgelegenheit in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar suchte, konnte für 450 Franken ein Bett in einem 16er-Schlafsaal buchen. Das gleiche Angebot gibt es in dieser Woche für 47 Franken.

Auch die Online-Vermittlungssite für Privatunterkünfte Airbnb läuft heiss. Für die WEF-Woche war gestern noch eine einzige Unterkunft zu haben. Kostenpunkt: 1500 Franken pro Nacht.

Der frühere Chef des Steigenberger Grandhotel Belvédère in Davos und heutige Präsident des Hotellerieverbandes Graubünden, Ernst Wyrsch, ist überzeugt, dass wegen Donald Trump deutlich mehr Besucher in die Alpenstadt strömen. «Neben den akkreditierten ­Medienschaffenden werden nun auch andere Journalisten aus der ganzen Welt herreisen», sagt Wyrsch, der im Jahr 2000 den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton in seinem Hotel beherbergen durfte. «Ich rechne auch mit vielen Schaulustigen, Fans und Autogrammjägern.»

Wo Donald Trump und sein Team übernachten werden, ist derzeit noch offen. Eine Genfer Firma ist als WEF-Logistikpartner für die Organisation und die Unterbringung der US-Delegation zuständig. Informationen dazu gab es gestern keine. Das Schlafdomizil der US-Delegation hängt von noch offenen Fragen ab. «Dazu gehören der Ort und die Zeit von Trumps Auftritten. Auch das Sicherheitsdispositiv und die Grösse der Delegation spielen eine Rolle», sagt Wyrsch. Beim Clinton-Besuch vor 18 Jahren sei eine erste US-Delegation einige Tage zuvor nach Davos gekommen, um die Örtlichkeiten zu rekognoszieren. Bill Clinton wurde während des World Economic Forum von mehreren Hundert Personen begleitet.

Das erhöhte Sicherheitsaufgebot und die Mehrbesucher werden in der 11’000-Einwohner-Stadt zu spüren sein. Die 2017 von Bundesrätin Doris Leuthard kritisierten «Davoser Preise» könnten weiter steigen. Damals sorgte ein Restaurant für Schlagzeilen, das einen Hamburger für 59 Franken verkaufte.

Kann die Region den Ansturm bewältigen? «Ja, die Umgebung, die vom WEF profitiert, wird sich einfach vergrössern», erklärt der Hotellerieverband-Präsident. «Es werden Zimmer in anderen Tälern bis hinunter nach Chur heiss begehrt sein», sagt Wyrsch und ergänzt: «Die Fünfsternhäuser sind in den Startlöchern. Das Hotel, das Trump empfängt, wird weltweit bekannt werden.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.01.2018, 20:00 Uhr

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