EasyJet baut in Basel massiv aus

Britische Billig-Airline stationiert zwei zusätzliche Flugzeuge und bietet sechs neue Ziele an.

Marktanteil von über 24 Prozent. Easyjet ist die zweitgrösste Fluggesellschaft in der Schweiz.

Marktanteil von über 24 Prozent. Easyjet ist die zweitgrösste Fluggesellschaft in der Schweiz.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Strategie von EasyJet ist klar: An den europäischen Flughäfen, wo die Airline bereits die Nummer eins oder die Nummer zwei ist, investieren die Briten, um noch weiter zu wachsen. Deshalb überrascht es nicht, dass sie ihre Basis am EuroAirport (EAP) stärken wollen, denn in Basel dominieren die orangeweissen Flieger gemessen an den Passagierzahlen heute mit einem Marktanteil von 60 Prozent.

EasyJet teilte gestern mit, dass das Unternehmen ab Sommer zwei zusätzliche Flugzeuge am EAP stationieren wird. Ausserdem hat die Airline sechs neue Strecken ab Basel ins Angebot aufgenommen. Die Ankündigung beeindruckt aufgrund des Ausmasses der Expansion. Es handelt sich um eine bedeutende Investition, die nur wenige Monate nach dem Ende des EAP-Steuerstreits zwischen Frankreich und der Schweiz erfolgt.

Vom Ausbau verspricht sich Thomas Haagensen nicht weniger als eine halbe Million zusätzliche Passagiere. «Es ist wichtig, dass wir in Basel den nächsten Schritt machen können, denn hier gibt es noch immer eine grosse Nachfrage», sagte der für die Schweiz und Deutschland verantwortliche Manager. Aktuell befördert EasyJet jährlich 4,8 Millionen Fluggäste ab und nach Basel.

Nach Athen, Belgrad und Wien

Spätestens ab Ende Juni übernächtigen zwei zusätzliche Airbus A320 am EAP. Damit erhöht sich die in Basel stationierte Flotte auf elf Flugzeuge, die am Morgen abfliegen und in der Nacht wieder zurückkehren. Der Nutzen liest sich für die regionale Wirtschaft positiv: Direkt bei der Airline entstehen 72 neue Arbeitsplätze, davon rund 20 Pilotenstellen und die doppelte Anzahl für Kabinenpersonal. EasyJet wird somit bis Ende 2018 über 400 Personen am EAP beschäftigen. «Weitere 750 Stellen werden mit den beiden neuen Flugzeugen indirekt im Raum Basel geschaffen», sagte Haagensen.

Statt wie bisher 57 Destinationen bietet EasyJet ab nächstem Sommer 63 Destinationen an. Als ganzjährige Verbindungen kommen die Metropolen Athen, Belgrad und Wien hinzu. In die österreichische Hauptstadt können Passagiere bis zu sechs Mal in der Woche fliegen. «Wir brauchen am EAP aber auch mehr Stranddestinationen für den Sommer», ergänzte Haagensen. Neu kommen deshalb ab Basel Strecken nach Lamezia im Süden Italiens, in die kroatische Küstenstadt Pula und auf die spanische Insel Menorca hinzu. Je nach Erfolg in den Sommermonaten könnten diese Strecken auch ganzjährig in den Flugplan aufgenommen werden.

Die EasyJet-Expansion geht aber noch weiter: Dank der zusätzlichen Flugzeuge vor Ort ergibt sich mehr Spielraum, die Frequenz für besonders gefragte Reiseziele wie Barcelona, Cagliari, Hamburg oder Venedig zu erhöhen. Um die Wachstumsziele zu erreichen, setzt EasyJet aber nicht nur auf eine höhere Anzahl von Flügen. Zum einen werden die Flugzeuge immer grösser. Der A321neo, dessen erste Auslieferung für Sommer 2018 erwartet wird, hat beispielsweise mit 235 Sitzplätzen 30 Prozent mehr Sitzplatzkapazität als eine A320. Zum anderen sind die Flugzeuge besser besetzt: Die Billigairline erreichte 2017 in der Schweiz mit 92,6 Prozent einen Rekord bei der Sitzauslastung.

Wettbewerbsfähig bleiben

Angesprochen auf die Fluglärmdebatte und die Diskussion um eine mögliche Einschränkung der Betriebszeit am EAP, argumentierte Haagensen aus der Wirtschaftsperspektive: «Eine verkürzte Zeit wäre für die Airlines, die hier stationiert sind, ein Problem, denn die Flugzeuge müssen ja zurückkommen.» Es sei just an den Randzeiten, wo man als Anbieter mehr Spielraum habe. Der EAP müsse europaweit wettbewerbsfähig bleiben.

Das Geld für die angekündigten Investitionen in Basel hat sich EasyJet gemäss eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2017 erarbeitet. «Die Schweiz gehörte zu den Märkten, die erheblich zum Erfolg der Gruppe beigetragen haben», schreibt das Unternehmen. Die Anzahl beförderter Kunden stieg hierzulande um eine Million auf 13,5 Millionen Passagiere, europaweit auf über 80 Millionen. Die EasyJet-Gruppe wies einen Gesamtgewinn vor Steuern von 408 Millionen Pfund (rund 540 Millionen Franken) aus. Ohne Brexit-Turbulenzen und der Pfund-Abwertung wäre der Gewinn um über 100 Millionen Pfund höher ausgefallen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 13.12.2017, 07:37 Uhr

Artikel zum Thema

Easyjet streicht wegen Streik Flüge ab Basel

Basel Die Fluggesellschaft Easyjet kann am 9. und am 10. Oktober insgesamt 104 Füge von und nach Destinationen in Frankreich nicht durchführen. Der Grund ist ein Streik der französischen Fluglotsen. Mehr...

Easyjet entfliegt dem Brexit

Billigflieger sichert sich mit Tochtergesellschaft die EU-Flugrechte. Mehr...

Easyjet will Höhenflug am EuroAirport fortsetzen

60 Prozent aller Passagiere am EuroAirport fliegen mit Easyjet. Die Fluggesellschaft will diesen Anteil weiter ausbauen und plant neue Destinationen. Mehr...

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Kommentare

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Weg damit: Die rund 140 Meter hohen Kühltürme eines geschlossenen Kohlekraftwerks in Jacksonville, Florida, fallen nach der Sprengung in sich zusammen. (16. Juni 2018)
(Bild: Bob Self/The Florida Times) Mehr...