Schweizer CEOs haben die höchsten Boni

Eine Rangliste zeigt: In Europa verdient niemand mehr als die Chefs von UBS und Roche.

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Mit umgerechnet 13,24 Millionen Euro hat Roche-Chef Schwan letztes Jahr die höchste Gesamtvergütung von ganz Europa erhalten. UBS-Chef Ermotti landete mit 12,29 Millionen Euro auf Platz 2. Auf Platz 3 steht Bill McDermott, Chef des deutschen Softwareherstellers SAP. Er erhielt 2016 einen Lohn und Boni im Wert von 11,89 Millionen Euro.

Novartis-Mann Jimenez folgt mit 10,04 Millionen Euro auf Rang 4. Der vierte Lenker eines Schweizer Konzerns in den Top Ten ist schliesslich Paul Bulcke, der 2016 noch Chef von Nestlé war, umgerechnet 8,77 Millionen Euro bekam und inzwischen das Verwaltungsratspräsidium des Nahrungsmittelkonzerns übernommen hat. Zwischen den Chefs von Novartis und Nestlé haben sich die Lenker der britischen Unternehmen British American Tobacco, GlaxoSmithKline, BP und Royal Dutch Shell in die Rangliste eingereiht.


Acht von zehn der meistverdienenden Firmenchefs Europas stehen damit Schweizer oder britischen Unternehmen vor, wie eine Auswertung der Geschäftsberichte der grössten börsenkotierten Unternehmen Europas ergibt, welche die Unternehmensberatung HKP durchgeführt hat. Verglichen wurden dabei die Vergütungen aller in den Börsenindizes Stoxx Europe 50 und Euro Stoxx 50 geführten Unternehmen. Darunter befinden sich neun Schweizer Konzerne.

Riesige Bandbreite

Durchschnittlich haben die Chefs der rund 70 verglichenen Unternehmen letztes Jahr 6,0 Millionen Euro erhalten. Die Gehälter und Boni der Topmanager sind damit im Vergleich zu 2015 um 3,7 Prozent gesunken, wie HKP berechnet hat. Den Rückgang führt das auf Vergütungssysteme spezialisierte Beratungsunternehmen auf tiefere Kurzfristboni zurück. Das Grundsalär und die langfristig ausgestalteten Boni seien nämlich auf dem Vorjahresniveau geblieben, so HKP. Der durchschnittliche Jahresbonus der CEOs sank dagegen im Mittel um rund 13 Prozent.

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Allerdings ist die Bandbreite bei den Cheflöhnen bei Europas grössten börsenkotierten Unternehmen riesig. Bei Stéphane Richard, dem Chef des französischen Telecomkonzerns Orange, oder bei Ralph Hamers, CEO des niederländischen Finanzkonzerns ING, beliefen sich Grundlohn und Boni auf weniger als 2 Millionen Euro oder nicht einmal auf ein Sechstel der Vergütung von Roche-Chef Severin Schwan.

Kaum Vergütungen unter 2 Millionen Franken

In der Rangliste der Topverdiener Europas wären aufgrund der grossen Spannbreite der Saläre denn auch zahlreiche weitere Chefs von Schweizer Konzernen zu finden, die aufgrund ihrer Börsenkapitalisierung jedoch nicht zu den 50 grössten Unternehmen des Kontinents zählen. So gibt es unter den 20 grössten Schweizer Konzernen, die im Leitindex SMI geführt werden, mit Urs Schaeppi nur gerade einen Konzernchef, dessen Lohn inklusive Boni sich auf weniger als 2 Millionen Franken belief. Selbst unter den 50 grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz sind Chefvergütungen unter dieser Schwelle eine Seltenheit.


So hoch die Löhne der Schweizer Konzernchefs auch sind: In den USA sind Saläre und Boni der Topmanager der grossen Konzerne noch viel höher. Die Durchschnittsvergütung der CEOs der im Dow-Jones-Index geführten Unternehmen betrug letztes Jahr umgerechnet 16,80 Millionen Euro und damit ein Mehrfaches des europäischen (6,02 Millionen Euro) respektive schweizerischen (6,34 Millionen Euro) Durchschnitts. Nike-Chef Mark Parker sahnte mit 42 Millionen Euro sogar mehr als das Dreifache von Europas Topverdiener Severin Schwan ab. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.06.2017, 14:37 Uhr

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