Streiks bedrohen den Ferienbeginn

Ob Flugzeug oder Zug: Streiks und Arbeitskämpfe könnten zu Ausfällen und Verspätungen führen. Und das zum Start der Feriensaison.

Wer nicht am Flughafen stranden will, sollte sich vor Abflug informieren, ob sein Flug vom Fluglotsenstreik betroffen ist.

Wer nicht am Flughafen stranden will, sollte sich vor Abflug informieren, ob sein Flug vom Fluglotsenstreik betroffen ist. Bild: Arne Dedert /Keystone

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Im Kanton Zürich fangen morgen die grossen Sommerferien an, die Berner Schüler sind bereits in die Sommerfrische entlassen worden. Die Reisewelle rollt an. Doch nicht nur am Gotthard-Strassentunnel müssen sich Reisende mit Geduld wappnen. Denn eine Reihe von Streiks droht den Ferienstart zu vermiesen. Ob Bahn oder Flugzeug: Reisende sollten Arbeitskämpfe als Risikofaktor einkalkulieren.

Streik bei den Fluglotsen

So hat die Fluglotsengewerkschaft Skycontrol zu Streiks ab dem 23. Juli aufgerufen. Also pünktlich zur Hochsaison im Reiseverkehr. Die Gewerkschaft liegt im Clinch mit der staatlichen Flugsicherung Skyguide, es geht um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag für Flugverkehrsleiter. Von vier Gewerkschaften ist nur Skycontrol mit den Vorschlägen der Arbeitgeber unzufrieden.

Um den Druck zu erhöhen, ruft Skycontrol seine Mitglieder zu Streiks ab dem 23. Juli auf. Laut der Flugsicherung Skyguide dürfte dies zwar primär Flüge ab und nach Genf treffen. Der Flugverkehr am Flughafen Zürich sei «nur am Rande» betroffen, wie es heisst.

Dennoch könnte der Streik auch für Reisende ab Zürich Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Denn wer in ein Flugzeug Richtung Westen steigt, wer durch den Luftraum von Genf muss, dessen Maschine könnte unter Umständen wegen des Streiks umgeleitet werden müssen. Die Folge wären Verspätungen, heisst es vonseiten Skyguides.

3500 Überflüge betroffen

Die Gewerkschaft Skycontrol will am 23. Juli zunächst vier Stunden am Morgen streiken, gefolgt von einem Ausstand von acht Stunden am 24. Juli. Am darauffolgenden Mittwoch sollen die Fluglotsen dann den ganzen Tag die Arbeit ruhen lassen. Nach Angaben der Gewerkschaften wären rund 50 Flüge pro Tag und 3500 Überflüge über die Schweiz vom Streik betroffen.

Laut Skyguide sei aber noch nicht sicher, ob es tatsächlich so weit kommt. Denn in der Tarifauseinandersetzung hat Skyguide eine Schlichtungsstelle angerufen. Ob dadurch der Streik noch abgewendet werden kann, wird sich am Dienstag entscheiden.

Arbeitskampf in Frankreich nimmt kein Ende

Auf Ärger müssen sich auch Bahnreisende Richtung Frankreich einstellen. Denn die französische Gewerkschaft CGT will weiter gegen die Reform der Staatsbahn SNCF streiken, auch wenn das Gesetz längst im Parlament verabschiedet worden ist. Die CGT kündigte einen neuen Streiktag für den 19. Juli an.

Ob und wie stark dieser Streik die Schnellzüge aus der Schweiz Richtung Frankreich betrifft, sei derzeit nicht klar, erklärte ein Sprecher des Bahnbetreibers TGV Lyria. Er versicherte, dass auch im Fall eines Ausstandes sich das Unternehmen um einen möglichst reibungslosen Bahnverkehr bemühen wolle.

Schon jetzt ist das Gemeinschaftsunternehmen von SNCF und SBB von den monatelangen Streiks in Frankreich in Mitleidenschaft gezogen worden. Seit April hatten die Gewerkschaften drei Monate lang nach drei Tagen Betrieb an zwei Tagen gestreikt. Allein im zweiten Quartal kostete das TGV Lyria knapp 15 Millionen Franken. Und die Fahrgäste reichlich Nerven, wenn ihr Zug ausfiel.

Streik bei Ryanair

Wer von ausländischen Flughäfen in die Ferien aufbrechen will, auch der ist vor Streiks nicht geschützt. So wollen beim Billigflieger Ryanair die Piloten an der Basis in Irland am Donnerstag für 24 Stunden in den Ausstand treten. Bei diesem Arbeitskampf geht es unter anderem um klarere Regeln bei Beförderungen und bessere Ferienansprüche. Ryanair hat wegen der Streikankündigung bereits 30 von 290 Flügen von und nach Irland gestrichen.

Laut Experten dürfte das Thema Streik Ryanair noch einige Zeit erhalten bleiben. So haben die Kabinen-Gewerkschaften in Spanien, Portugal und Italien bereits Arbeitskämpfe für den 25. und 26. Juli angekündigt.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.07.2018, 17:33 Uhr

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