Das Öl-Zeitalter ist noch lange nicht zu Ende

In den kommenden Jahrzehnten werde laut Internationaler Energieagentur die weltweite Nachfrage nach Rohöl weiter steigen. Daran ändern auch Elektroautos nichts.

Die Internationale Energieagentur prognostiziert der Ölindustrie eine weiterhin rosige Zukunft.

Die Internationale Energieagentur prognostiziert der Ölindustrie eine weiterhin rosige Zukunft. Bild: Keystone

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Trotz der steigenden Nutzung erneuerbarer Energien sind die Zeiten von Öl und Gas nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) noch längst nicht vorbei. Das sagt die IEA in ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht voraus.

In den kommenden Jahrzehnten werde die weltweite Nachfrage nach Rohöl auch im Fall eines Elektroauto-Booms weiter steigen, so die Experten. Das Wachstum werde bis 2040 aber nicht mehr so stark sein wie in der Vergangenheit.

Zwar verbrauchten Autos durch effizientere Technologie weniger. Lastwagen, Flugzeuge, Schiffe und die petrochemische Industrie aber trieben den Bedarf an Rohöl auf bis zu 105 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag. «Die Konsumenten auf der Welt sind noch nicht bereit, sich von der Öl-Ära zu verabschieden», hiess es in der Analyse. Davon profitieren unter anderem die USA. Bis Mitte der 2020er Jahre würden die Vereinigten Staaten zum weltgrössten Exporteur von verflüssigtem Erdgas, wenige Jahre später auch ein Netto-Ölexporteur. Im Jahr 2025 werde das Wachstum der US-Ölproduktion dann demjenigen Saudi-Arabiens auf dem Höhepunkt seiner Expansion entsprechen.

Erneuerbare Energien wachsen am stärksten

Weltweit wachse gleichzeitig allerdings keine andere Energieform so schnell wie Erneuerbaren. Das schreibt die Agentur auch fallenden Kosten zu: Bei Solarenergie seien sie seit 2010 um 70 Prozent, bei Wind um 25 Prozent gesunken. Für viele Länder seien Ökoenergien die günstigste Art. Deshalb, so die Erwartung der IEA, dürften zwei Drittel der globalen Kraftwerks-Investitionen bis zum Jahr 2040 in «grüne» Technologien fliessen.

Nachfrage steigt weiter

Die weltweite Nachfrage nach Energie steigt der Prognose zufolge weiter enorm - aber dank höherer Effizienz nicht mehr ganz so stark wie in der Vergangenheit. Die IEA sagt für den Zeitraum zwischen 2017 und 2040 ein Plus von 30 Prozent voraus - so viel, wie derzeit China und Indien zusammen verbrauchen.

Dabei geht die Agentur von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 3,4 Prozent pro Jahr und einem Bevölkerungswachstum auf mehr als neun Milliarden Menschen bis 2040 aus. Am stärksten werde Indien zu der höheren Nachfrage beitragen. Doch auch Chinas Wandel zu einer «grüneren» Energie könne zu einer schnelleren, sauberen Energiewende führen. (amu/sda)

Erstellt: 14.11.2017, 13:40 Uhr

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