Die Ostschweiz rückt näher an Zürich

Die SBB baut ihr Angebot vor allem für Pendler im Raum Zürich und der Ostschweiz stark aus. Eine Übersicht über den neuen Fahrplan.

Die grössten Änderungen gibt es für Zürich und die Ostschweiz, im Tessin bleibt praktisch alles gleich.

Die grössten Änderungen gibt es für Zürich und die Ostschweiz, im Tessin bleibt praktisch alles gleich. Bild: Ti-Press/Gabriele Putzu/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der neue Fahrplan 2019 bringt vor allem für die Bahnkunden im Raum Zürich und der Ostschweiz Verbesserungen. In der Romandie wird die erste Etappe des Léman Express realisiert. Praktisch keine Änderung gibt es hingegen im Tessin.

Die Ostschweiz rückt mit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember näher an Zürich: «Während den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend werden von Montag bis Freitag zwischen Zürich und St. Gallen neu vier Fernverkehrszüge pro Stunde pro Richtung verkehren», sagte Werner Schurter, Leiter Regionen SBB, am Mittwoch vor den Medien. Bisher waren es drei Züge.

«Damit erhalten die Kunden zu Zeiten mit hohem Passagieraufkommen jede halbe Stunde eine schnelle Direktverbindung von Zürich über Winterthur ohne Halt nach St. Gallen.» Je zwei Züge fahren jeweils innert weniger Minuten hintereinander ab. Zudem verkürzt sich dank verschiedener baulicher Massnahmen - die Strecke Winterthur-Weinfelden wurde beispielsweise für höhere Geschwindigkeiten ausgebaut - die Fahrzeit zwischen Zürich und Romanshorn um bis zu vier Minuten. Dadurch entstehen in Schaffhausen, Kreuzlingen und Romanshorn neue Anschlüssen zwischen Fern- und Regionalverkehr.

Ausserdem gibt es neu für Reisende ab Luzern eine direkte Verbindung über Zürich nach Konstanz und Churer können dank dem neuen Fahrplan ohne Umsteigen durchs Rheintal an den Flughafen Zürich fahren, wie Schurter weiter sagte.

«Meilenstein» für Westschweiz

Als «Meilenstein für das Grossprojekt in der Romandie» bezeichnete Schurter die Realisierung der ersten Etappe des Léman Express: Mit dem Fahrplanwechsel wird der Viertelstundentakt zwischen Lancy-Pont-Rouge und Coppet eingeführt.

Zudem werden insgesamt 10 Zugspaare pro Tag auf der Linie Biel-Delle bis nach Belfort-Montbéliard TGV verlängert. Dort soll dann laut SBB in der Regel Anschluss an den TGV nach Paris bestehen.

Allerdings ist der Bahnbetrieb in der Westschweiz im Fahrplan 2019 auch von Bauarbeiten betroffen: So wird das Angebot rund um Lausanne von Sonntag respektive Montag bis Donnerstag jeweils ab 20 Uhr in den Randstunden mit geringerem Passagieraufkommen schrittweise reduziert. Betroffen sind die Linien Lausanne-Brig, Lausanne-Genève-Aéroport, Lausanne-Biel und Lausanne-Bern, wie Schurter erklärte.

Bauarbeiten sind auch bei Walchwil geplant: Die SBB will von Mitte 2019 bis 2020 eine 1,7 Kilometer lange neue Doppelspur bauen und die Strecke erneuern. Das würde zu einer Sperrung der Strecke zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau während eineinhalb Jahren führen.

Der Fall liegt aber noch beim Bundesgericht. «Wir erwarten den Entscheid im dritten Quartal dieses Jahres - eventuell auch später», sagte Schurter. Gibt das Gericht grünes Licht, verlängert sich die Reisezeit auf der Nord-Süd-Achse vorübergehend um rund 10 bis 15 Minuten.

SBB will weitere Trasse ins Tessin

Praktisch keine Änderungen gibt es im Tessin, wie Schurter weiter erklärte. Allerdings setzt sich die SBB für zusätzliche Trasse in den Süden ein. Konkret geht es um die Frühverbindung von Basel via Luzern nach Locarno, die neu täglich verkehren soll. Ohne weitere Trasse würden jeweils in Arth-Goldau bis zu 600 Passagiere aus Zürich in die Frühverbindung zusteigen - «nicht sehr kundenfreundlich», sagte der Leiter Regionen SBB.

Im Gegenzug würde die SBB dafür um die Mittagszeit je zwei Trasse von Zürich in den Süden und von Lugano nach Zürich freigeben, die nicht so stark ausgelastet sind. Den Entscheid fällt das Bundesamt für Verkehr (BAV).

Mehr Busse im Fernverkehr

Im Fernverkehr müssen die SBB zwangsweise auf mehr Busse setzen. Auf der Strecke Zürich-München wird der deutsche Abschnitt zwischen Geltendorf und Lindau D ausgebaut und elektrifiziert. Daher muss das EuroCity-Angebot von vier auf drei Zugspaare pro Tag reduziert werden. Sie fahren alle durchs Allgäu, ihre Fahrzeit verlängert sich um rund 20 Minuten.

Als Ersatz wird das Angebot der InterCity-Busse ergänzt. Nach Abschluss dieser Arbeiten Ende 2020 verkehren laut SBB zwischen Zürich und München täglich sechs Züge hin und zurück. Die Reisezeit wird sich von heute viereinhalb auf dreieinhalb Stunden verkürzen.

Die SBB stellen den Fahrplanentwurf am 28. Mai online. Bis 17. Juni können dann allfällige Fahrplanbegehren und Unstimmigkeiten in den Entwürfen gemeldet werden. (sep/sda)

Erstellt: 16.05.2018, 13:30 Uhr

Artikel zum Thema

Fehler im Fahrplan kam Reisenden teuer zu stehen

Im Online-Fahrplan der Basler Verkehrsbetriebe wurde eine nicht existierende Verbindung angezeigt. Ein Mann musste deshalb 17 Kilometer mit dem Taxi fahren. Mehr...

Das müssen Sie zum SBB-Fahrplanwechsel wissen

Mehr Direktverbindungen, Reform beim Swisspass: Heute tritt der neue SBB-Fahrplan in Kraft. Unsere Grafiken zeigen die wichtigsten Änderungen. Mehr...

Auf den Fahrplan ist wohl bis Samstag kein Verlass

Video Ein entgleister ICE-Zug im Bahnhof Basel hat den Bahnbetrieb durcheinandergebracht. Der Bund untersucht die Unfallursache. Mehr...

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Blogs

Politblog Veloweg-Verbot für Elektro-Töffs!

Wettermacher Warum Skandinavien so lange unter Hitze leidet

Die Welt in Bildern

Dürre: Ein Teich in der Nähe der texanischen Ortschaft Commerce ist vollständig ausgetrocknet. Für die nächsten zehn Tage werden in der Region Temperaturen von mehr als 37.7 Grad erwartet. (16.Juli 2018)
(Bild: Larry W.Smith/EPA) Mehr...