Dufry erwägt Börsengang des US-Geschäfts

Reisedetailhändlerin meldet mehr Umsatz und weniger Verlust im ersten Halbjahr.

In der Hauptsaison. Dufry meldet solide Semesterzahlen und blickt erwartungsvoll auf die wichtige zweite Jahreshälfte.

In der Hauptsaison. Dufry meldet solide Semesterzahlen und blickt erwartungsvoll auf die wichtige zweite Jahreshälfte.

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Dufry hat im ersten Halbjahr 2017 dank florierenden Geschäften in Grossbritannien und dank Reisenden aus Brasilien und Russland mehr Umsatz erwirtschaftet. Gleichzeitig konnte die Basler Reisedetailhändlerin den Verlust im Vergleich zum Vorjahr markant eindämmen. Unter dem Strich blieb noch ein kleines Minus von knapp einer Million Franken, nachdem Dufry im Vorjahr einen Verlust von 58,5 Millionen Franken erlitten hatte. Damals hatte die Grossübernahme von World Duty Free (WDF) die Semesterzahlen massgeblich geprägt.

Heuer seien nun die Geschäfte in Grossbritannien sowie mit russischen und brasilianischen Reisenden gut gelaufen, wie Dufry am Montag mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Konzern unter dem Rückgang russischer Touristen vor allem in der Türkei gelitten.

Der Rubel rollt wieder

Präsident Wladimir Putin hatte nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei im türkisch-syrischen Grenzgebiet im Dezember 2015 ein Verbot von Charterflügen verhängt. Für den türkischen Tourismus bedeutete das Ausbleiben von Millionen Russen in der Sommersaison des vergangenen Jahres einen herben Schlag. Das Flugverbot wurde erst im vergangenen August aufgehoben. Dies traf auch das Unternehmen Dufry, das in Flughäfen, Häfen, auf Kreuzfahrtschiffen, in städtischen Touristenzentren und Bahnhöfen rund 2200 Shops betreibt. Zudem hatte die Krise in Brasilien und Argentinien mit der Abwertung dieser Währungen aufs Ergebnis von Dufry geschlagen.

Nun scheinen die Russen zurück zu sein. Diese hätten die Geschäfte in Russland, Griechenland und auch wieder in der Türkei positiv beeinflusst, schrieb Dufry. In den Ländern ums Mittelmeer konnte der Reisedetailhändler mehr Gewinn erzielen.

Auch im Rest Europas verdiente Dufry mehr. Grossbritannien habe starke Resultate gezeigt, hiess es. Denn als Folge des Brexit-Entscheids wurde das britische Pfund deutlich billiger, was die Touristen anlockte. In der Schweiz und in Schweden habe sich das Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt. Die Verkäufe in der Schweiz seien allerdings vom starken Franken gebremst worden, sagte Dufry-Chef Julian Diaz in einer Telefonkonferenz. Auch in den anderen Erdteilen konnte Dufry den Betriebsgewinn verbessern. Lediglich in der Region Asien, Mittlerer Osten und Australien knickte der Gewinn ein.

Insgesamt erzielte Dufry zwischen Januar und Juni einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) von 411,2 Millionen Franken. Das sind 7,8 Prozent mehr als im Vorjahressemester. Nach Minderheiten sank der Verlust von 75 Millionen auf 24,9 Millionen Franken.

Kräftiges Wachstum erwartet

Um die Schulden zu senken, zieht Dufry einen Börsengang des Nordamerika-Geschäfts in Betracht. Der nordamerikanische Reisehandel sei bei Getränken und Nahrungsmitteln sowie anderen Segmenten anders als die anderen Märkte. In den USA sei der Anteil von Getränken und Essen grösser als in anderen Ländern, sagte Diaz.Darum bringe eine Abspaltung durch einen Börsengang mehr Flexibilität. Dufry wolle aber die Mehrheit behalten und die Sparte nach wie vor konsolidieren, hiess es weiter. Falls es zu einem Börsengang komme, würde dieser vor Ende Jahr durchgeführt, so die Pläne der Reisedetailhändlerin.

Für das zweite Halbjahr zeigt sich Dufry zuversichtlich: Man erwarte gute Marktbedingungen. Die Sommerferienzeit von Juli bis September, wenn die Touristenströme auf der Nordhalbkugel anschwellen, ist für die Reisedetailhändlerin die wichtigste Periode im ganzen Jahr. Für das Gesamtjahr sei ein Wachstum aus eigener Kraft von fünf bis sechs Prozent realistisch, sagte Unternehmenschef Diaz. (SDA)

Erstellt: 02.08.2017, 10:30 Uhr

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