Frühbuchen lohnt sich in diesem Jahr

Mit dem steigenden Eurokurs könnten die Sommerferien im Euroraum schnell teuer werden. Die Reiseunternehmungen raten, schnell zu handeln.

Wer sich günstig an europäischen Stränden erholen will, sollte sich beeilen.

Wer sich günstig an europäischen Stränden erholen will, sollte sich beeilen. Bild: Keystone

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Der deutliche Anstieg des Euro in den letzten Monaten hat Auswirkungen auf die Ferien der Schweizer. Tendenziell sind steigende Preise in Sicht. Die Reiseveranstalter empfehlen deshalb, den Urlaub früh zu buchen.

Innert eines Jahres hat der Euro gegenüber dem Franken um beinahe 10 Prozent an Wert gewonnen. Kostete der Euro vor zwölf Monaten erst 1,06 Franken, so sind es jetzt schon 1,17 Franken.

Auf die Frage, ob jetzt die Sommerferien für Schweizerinnen und Schweizer teurer werden, sagte der Chef des Reiseveranstalters DER Touristik Suisse (früher Kuoni), Dieter Zümpel: «Klares Ja, aber noch nicht jetzt.» Der Reiseveranstalter habe einen Gutteil des Sommerferienangebots abgesichert, als der Euro noch unter 1,10 Franken gelegen habe, sagte Zümpel am Mittwoch an einer Branchenveranstaltung. «Auf diesen Währungsabsicherungen beruhen unsere heutigen Preise.»

Frühbuchen lohnt sich

«Wenn der Euro allerdings weiterhin so teuer bleibt wie heute, werden die Preise für die Ferien steigen müssen», sagte Zümpel. Ab wann das der Fall sei, sei schwierig zu sagen. «Unsere Botschaft ist: Frühbuchen lohnt sich in diesem Jahr, weil wir jetzt noch Ferien mit günstigeren Preisen verkaufen, die auf den Währungsabsicherungen beruhen.» Es dürfte in diesem Jahr auch weniger Last-Minute-Angebote geben.

Laut Sprecherin Bianca Schmidt von Konkurrentin TUI Suisse werden die Sommerferien für die Schweizer nicht stark teurer: «Wir rechnen mit einem Preisanstieg von maximal 2 Prozent.» Das liege vor allem an Spanien, das sehr gefragt sei. Auf der anderen Seite seien die Türkei und Bulgarien mit ihren günstigen Ferienangeboten sehr beliebt.

Bereits im vergangen Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September) sei der Durchschnittspreis für die Ferien bei TUI Suisse um 6 Prozent 1044 Franken geklettert. Das liege aber nicht am Anstieg des Euro, sondern daran, dass die Schweizer länger Ferien gemacht hätten, sagte Schmidt. 3 Prozent der Kunden würden länger als zwei Wochen in den Urlaub fahren. Ein Jahr zuvor seien es erst 2 Prozent gewesen.

Hotelplan mit tagesaktuellen Preisen

Auch Hotelplan Suisse rechnet mit Auswirkungen aufs Portemonnaie für Reisende im Euroland. Ferien an diesen Destinationen dürften teurer werden. «Da bei Buchungen jeweils die tagesaktuellen Preise offeriert werden, kann eine allgemeine Aussage zum Anstieg allerdings nicht gemacht werden», erklärte Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir auf Anfrage.

Wechselkursschwankungen würden in beiden Richtungen den Kunden weitergegeben: Steige der Euro, würden die Ferien teurer, sinke er indessen, würden sie billiger. Ein höherer Euro wirke sich überdies auch auf die Kosten vor Ort wie beispielsweise Shopping, Drinks oder Restaurantbesuche aus, sagte die Hotelplan-Suisse-Sprecherin. Aber nicht nur die Gemeinschaftswährung hat einen Einfluss auf das Ferienbudget. An der mit Abstand beliebtesten Destination Spanien hätten die Hoteliers die Preise kräftig erhöht, sagte Zümpel.

Einige Hoteliers hätten sogar die Frühbucherrabatte gestrichen, «weil sie es nicht nötig haben», pflichtete Andreas Restle bei, der Geschäftsführer des Veranstalters ITS Coop Travel ist. Pauschalreisen nach Spanien seien dieses Jahr 5 bis 10 Prozent teurer als im Vorjahr. Lediglich TUI Suisse kommt hier glimpflich davon, da viele Kunden in den eigenen Hotels oder Robinson Clubs übernachten würden, sagte Schmidt: «Da haben wir stabile Preise.» (sda)

Erstellt: 10.01.2018, 17:28 Uhr

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