So ist Bargeld versichert

Wenn das Sparheft mehr Kosten verursacht als Erträge abwirft, wird das Geldhorten zu Hause zur Alternative. Doch wieweit ist gestohlenes Geld versichert?

Je sicherer der Tresor, desto höher die versicherbare Summe. (Bild: Fotolia)

Je sicherer der Tresor, desto höher die versicherbare Summe. (Bild: Fotolia)

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Sparer müssen sich daran gewöhnen, dass das Spargeld praktisch keinen Zins mehr abwirft. Müssen sie sich aber auch daran gewöhnen, dass Banken für Spargelder sogar einen Zins verlangen, wie das die Nationalbank von Banken und Pensionskassen einfordert? Spätestens dann dürfte die abgegriffene Metapher vom Geld unter der Matratze wieder bemüht werden. So stellen die Bâloise wie auch die Zürich vermehrt Anfragen nach einer höheren Bargelddeckung fest. Andere Versicherer wollen diesen Trend nicht bestätigen, was freilich nichts bedeuten will.

5000 Franken ist Standard

Im Standardangebot der Hausratversicherungen ist Bargeld bis 5000 Franken versichert. «Diese Summe kann nach Bedarf erhöht werden – grundsätzlich gibt es keine Grenze gegen oben», heisst es bei der Mobiliar. Geldwerte über 5000 Franken müssten aber in einem Sicherheitsbehältnis eingeschlossen werden und erforderten eine Zusatzversicherung. Bei der Basler und der Axa Winterthur ist auf Anfrage die maximale Entschädigung auf 20 000 Franken beschränkt. Eine Axa-Sprecherin erklärt, dass höhere Versicherungssummen unter Umständen individuell vereinbart werden könnten. «Solche speziellen Anfragen sind sehr selten und werden nur unter sehr restriktiven Bedingungen gewährt.»

Kooperation mit Tresor-Fabrik

Generell gilt: Je besser der Tresor, desto grösser die versicherbare Summe. Die Mobiliar hat in ihren Bedingungen definiert, wie der Tresor beschaffen sein muss, damit Bargeld bis 25 000 oder gar 50 000 Franken versichert ist (siehe Tabelle). «Der beste Schaden ist der, der gar nicht erst passiert», meint dagegen Zürich-Sprecher Frank Keidel: Daher profitiere man bei der Zürich von Vorzugskonditionen, wenn man zum Beispiel einen Tresor von Waldis einbauen lasse. So erklärt Urs Menzi, der Geschäftsführer von Waldis Tresore mit Sitz in Rümlang: «Wir können klar eine enorm höhere Nachfrage nach Tresoren feststellen.» Die Vermutung liege nahe, dass die gestiegene Nachfrage auch im Zusammenhang mit den drohenden Negativzinsen stehe. Konkret: Für Januar und Februar verzeichnet Waldis Tresore im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Umsatzanstieg von 40 Prozent über alle Modelle. Bei den beiden sichersten Modellen habe sich der Umsatz mehr als verdoppelt.

Die Zusammenarbeit mit der Zürich dauere nun seit zehn Jahre, erklärt Urs Menzi. Hintergrund sei die Erfahrung der Zürich gewesen, dass Waldis-Tresore «dank der hohen Qualität praktisch nicht aufgebrochen werden können». «90 Prozent aller angegriffenen Tresore werden geknackt. Sie werden abtransportiert, aufgetrennt und aufgeschweisst», steht auf der Homepage des Rümlanger Unternehmens zu lesen. Es handle sich dabei um nicht verankerte Billigsafes und Schlüsselschlösser. Waldis biete als einziger Hersteller bis dreissig Jahre Garantie gegen Aufbruch.

52 000 Einbrüche

Über 52 000 Einbruchdiebstähle waren 2014 in der Schweiz zu beklagen. Das sind zwar 8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Rate würde aber wohl wieder zunehmen, sollte vermehrt das Geld zu Hause statt auf der Bank aufbewahrt werden. Einbrecher würden sich freuen, nachdem im zurückliegenden Jahr nur gerade 14 Prozent der Einbruchdiebstähle aufgeklärt werden konnten, wie der gestern veröffentlichten Kriminalstatistik zu entnehmen ist. Helvetia-Sprecher Hansjörg Ryser: «Einbrecher haben es meistens allein auf Bargeld und Schmuck abgesehen. Laptops lassen sie links liegen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.03.2015, 07:26 Uhr

Versicherungsbeispiel Mobiliar



  • Bis 5000 Fr.: Auch ausserhalb von Sicherheitsbehältnissen zuschlagsfrei versichert


  • Bis 25 000 Fr.: Bei eingemauerten Tresoren oder Kassenschränken über 100 kg


  • Bis 50 000 Fr.: Bei Kassenschränken über 300 kg


  • Über 50 000 Fr.: Wird von Fall zu Fall entschieden




Quelle: Mobiliar

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