Heuschnupfen-Medikamente gehen aus

In der Schweiz gibt es einen Engpass an Präparaten gegen Pollenallergie. Die Nachfrage ist doppelt so hoch wie sonst.

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Allergiker leiden dieses Jahr unter besonders starkem Pollenflug. Viele können ihr bevorzugtes Heuschnupfenmedikament in der Apotheke nicht beziehen. Der Grund ist ein Engpass aufgrund der enormen Nachfrage, wie das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 berichtet.

Betroffen ist vor allem «Telfastin Allergo» von Sanofi. «Es gab einen Engpass bis Ende letzter Woche», bestätigt der Konzern gegenüber «Espresso». Seit dieser Woche sei dieser jedoch behoben.

Beim Generikum «Fexofenadin Zentiva», das eine Tochterfirma von Sanofi herstellt, sei der Engpass dagegen noch nicht behoben. Das gleichnamige Generikum des Pharmakonzerns Sandoz, «Fexofenadin Sandoz», sowie «Fexo Pollen Sandoz» sind ebenfalls vom Engpass betroffen.

Die Nachfrage nach Heuschnupfenmedikamenten ist nach Angaben des Konzerns 2018 mehr als doppelt so hoch wie sonst. Aufgrund der international hohen Nachfrage sei es zu einem Lieferengpass gekommen, teilt Sandoz gegenüber «Espresso» mit. Man erwarte, den Schweizer Markt im Verlauf des Monats Juni wieder beliefern zu können.

Verärgerte Kunden

Die Pharmakonzerne konnten nicht rechtzeitig auf die hohe Pollenbelastung reagieren. Die Vorlaufzeit bei der Produktion beträgt laut Sanofi mindestens drei Monate.

Es sieht aus, als ob der Wald brennt: Leser-Reporter haben in mehreren Kantonen gefilmt, wie der Wind Unmengen von Pollen durch die Luft wirbelt. (Video: Tamedia/Leser-Reporter)

Nicht nur für die Heuschnupfengeplagten ist der Engpass unangenehm. Apotheken berichten von verärgerten Kunden. Ein wenig entschärft werde die Situation dadurch, dass man bei Allergiemedikamenten auf andere Präparate ausweichen könne.

Belastung durch Birkenpollen besonders stark

Nachdem bereits der April lokal der wärmste seit Messbeginn war, gab es laut Meteonews auch im Mai an einzelnen Stationen neue Temperaturrekorde. Im Flachland war es 2 bis 2,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Dazu kommt eine besonders hohe Konzentration von Birkenpollen.

Die Bir­ken­pol­len­sai­son star­tete laut dem «Allergiezentrum Schweiz» spä­ter als üblich. Die Eiweisse der Birkenpollen haben eine hohe allergene Wirkung. (oli)

Erstellt: 07.06.2018, 10:30 Uhr

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Regen hilft erst verzögert

Zu Be­ginn eines Ge­wit­ters oder von Nie­der­schlä­gen kön­nen die Pol­len durch Wind­bö­en auf­ge­wir­belt wer­den, sodass die Be­las­tung kurz­zei­tig an­stei­gen kann. Erst nach lan­gen und in­ten­si­ven Nie­der­schlägen sind laut dem Allergiezentrum Schweiz alle Pol­len aus der Luft aus­ge­wa­schen und die All­er­gie­be­schwer­den gehen zu­rück.

Je nach In­ten­si­tät des Regens ist die Luft schon nach we­ni­gen Mi­nu­ten fast pol­len­frei. Da die Grä­ser­pol­len mit 28 bis 40 Mi­kro­me­ter recht gros­se Par­ti­kel sind, wer­den sie viel schnel­ler aus der Luft aus­ge­wa­schen als zum Bei­spiel der Fein­staub.

Zu Be­ginn eines Ge­wit­ters mit star­kem Wind wurde jedoch be­ob­ach­tet, dass Heu­schnup­fen und auch Asth­ma kurz­fris­tig stark zu­nimmt. Grün­de dafür sind das Auf­wir­beln der Pol­len und das Auf­plat­zen von Pol­len­kör­nern, wobei klei­ne Par­ti­kel mit All­er­ge­nen in die Luft ge­lan­gen.

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