«Einfamilienhaus-Knappheit» in Zürich, Ladenhüter im Tessin

Neue Zahlen zeigen, wo es am längsten dauert, bis Einfamilienhäuser einen Käufer finden.


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30'300 Einfamilienhäuser wurden letztes Jahr online zum Verkauf ausgeschrieben. Das seien 6 Prozent mehr als noch im Vorjahr, schreibt das Immobilienportal Homegate (das wie der «Tages-Anzeiger» zum Verlagshaus Tamedia gehört). Es untersuchte zusammen mit dem Swiss Real Estate Institute der Hochschule für Wirtschaft Zürich HWZ die Inserate auf allen wichtigen Schweizer Onlinemarktplätzen. Und fand dabei heraus, dass auch die sogenannte Insertionszeit gestiegen ist. Durchschnittlich dauerte es letztes Jahr 104 Tage, bis sich ein Käufer fand. 2015 waren es noch 98 Tage.

Aufschlussreich ist die Analyse der Resultate nach Regionen. Hier tut sich ein Graben auf. Wo Einfamilienhäuser ohnehin schon sehr gesucht sind, ist die Insertionsdauer tendenziell nochmals gesunken – in der Region Zürich etwa von 63 auf 56 Tage. Wo das Angebot bereits 2015 relativ gross war, ist es teilweise weiter gewachsen. Zum Beispiel in der Region Tessin, wo Häuser im Schnitt 140 Tage lang ausgeschrieben waren – das sind 21 Tage mehr als 2015.

Risiken im Tessin steigen

Die interessanteste Entwicklung zeigt laut Homegate die Ostschweiz. Das Angebot sei dort zwar sehr stark gestiegen, um 19 Prozent. Trotzdem seien Einfamilienhäuser nicht länger auf dem Markt, sondern sogar 5 Tage kürzer. «Das lässt auf eine stark wachsende Nachfrage in dieser Region schliessen.»

Im Tessin hingegen steige das «Risiko eines Überangebots»: Die Zahl der Einfamilienhäuser, die zum Verkauf stehen, nahm um 31 Prozent zu. Am extremsten ist die Situation in den sogenannten einkommensstarken Gemeinden wie Terre di Pedemonte, Ronco sopra Ascona oder Morcote. In den Zentren wie Lugano oder Mendrisio sieht die Lage etwas besser aus.

Im Kanton Zürich hingegen herrscht «Einfamilienhaus-Knappheit»: Die Zahl der angebotenen Objekte sank letztes Jahr um 12 Prozent, was auch erklärt, warum die Insertionszeit einen rekordtiefen Wert erreicht hat. Und warum die Preise 2016 nochmals relativ stark gestiegen sind: laut der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner um 3,4 Prozent.

Jetzt kommen die Occasionen

Im Durchschnitt wurden Schweizer Häuser letztes Jahr 1,2 Prozent teurer, während die Preise für Eigentumswohnungen praktisch gleich blieben. Der Grund für diesen Unterschied: Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern ist zwar stabil, aber es werden immer weniger neue gebaut. Denn der Boden wird knapper und dementsprechend teurer. Auf den Markt kommen deswegen immer mehr «Occasionsobjekte».

Die Unterschiede nach Regionen seien gross, sagt auch Wüest Partner. Vor allem in den Agglomerationsgemeinden stiegen die Preise, in den Tourismusgemeinden sanken sie um teilweise mehr als 10 Prozent. Einerseits hat die Zweitwohnungsinitiative in betroffenen Gemeinden den Wert des Bodens gemindert. Andererseits ging wegen des starken Frankens die ausländische Nachfrage zurück.

Ein Segment ist laut Wüest Partner zu einer regelrechten Seltenheit geworden: frei stehende Einfamilienhäuser. Sie seien immer seltener zu bekommen und dementsprechend begehrt. Nur noch jedes achte der ausgeschriebenen Häuser falle in diese Kategorie. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.03.2017, 12:40 Uhr

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