US-Notenbankchef Bernanke «sehr beunruhigt»

Vor republikanischen US-Senatoren hat Fed-Chef Ben Bernanke ein eher düsteres Bild der Eurokrise gemalt. Unterdessen hat das Repräsentantenhaus 662 Milliarden Dollar fürs US-Militär gesprochen.

Die Eurokrise wirft auch einen Schatten auf die US-Wirtschaft: Ben Bernanke verlässt das Podium nach einer Konferenz in Washington. (Archivbild vom 9. November 2011)

Die Eurokrise wirft auch einen Schatten auf die US-Wirtschaft: Ben Bernanke verlässt das Podium nach einer Konferenz in Washington. (Archivbild vom 9. November 2011) Bild: Keystone

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US-Notenbankchef Ben Bernanke hat sich «sehr beunruhigt» über die Schuldenkrise in der Europäischen Union geäussert. Wenn kein Ausweg aus der Schuldenproblematik gefunden werde, könne die Krise auch die USA hart treffen, sagte Bernanke nach Angaben eines republikanischen Senators gestern bei einem Treffen mit Kongressabgeordneten der Partei in Washington. Die Frage, ob die Fed im schlimmsten Fall über Finanzhilfen für die Europäische Union nachdenke, habe Bernanke verneint, sagte ein anderer Senator.

Bernanke traf die republikanischen Senatoren auf Einladung deren Anführers Lamar Alexander, der den Zentralbankchef um seine Einschätzung der derzeitigen Lage gebeten hatte. In der jüngeren Vergangenheit hatten sich viele Politiker in den USA besorgt über die Entwicklung in Europa geäussert. Bereits im Oktober hatte Bernanke mit demokratischen Senatoren über die Situation diskutiert.

Militärbudget im Repräsentantenhaus

Das US-Repräsentantenhaus hat gestern mit deutlicher Mehrheit einem Gesetzentwurf für milliardenschwere Verteidigungsausgaben zugestimmt. Nach letzten Änderungen zur Vermeidung eines Vetos des Weissen Hauses sprachen sich die Abgeordneten in einer Sitzung am späten Abend mit 283 zu 136 Stimmen für ein Jahresbudget in Höhe von 662 Milliarden Dollar aus.

Der Entwurf, der heute dem Senat vorgelegt werden soll, räumt dem Präsidenten Barack Obama weiterhin das Recht ein, Terrorverdächtige vor Zivilgerichte zu stellen. Die Ausgaben sind für militärisches Personal, für Waffensysteme, für die Einsätze im Irak und in Afghanistan sowie für Programme zur nationalen Sicherheit vorgesehen. (rub/AFP, dapd)

Erstellt: 15.12.2011, 07:16 Uhr

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