Wollen die Saudis den US-Frackingboom austrocknen?

Dem Wüstenstaat scheint es egal, dass der Ölpreis jüngst regelrecht abstürzte. Über die Grenze lohnender Ölproduktion – und mögliches saudisches Kalkül.

Sein Land verfügt über gigantische Ölreserven: Der saudische König Abdallah. (Archivbild)

Sein Land verfügt über gigantische Ölreserven: Der saudische König Abdallah. (Archivbild) Bild: Reuters

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Von 115 auf 85 Dollar pro Fass: So tief stürzte der Ölpreis seit Mitte Juni. Marktbeobachter reiben sich die Augen: Früher hatte sich die Opec – und insbesondere Saudiarabien – versucht, mit der Regulierung der Fördermenge gegen rasant sinkende Ölpreise zu stemmen. Jetzt scheint es damit vorbei. Was steckt dahinter?

«Das könnte auf Russland und den Iran zielen, vor allem aber auf Nordamerika. Warum sonst sollte die saudische Regierung auf einen Ölpreis hoffen, der die Schiefergasproduktion unrentabel macht», heisst es in einem Artikel des «Wall Street Journal» (deutsche Onlineausgabe). Sprich: Die Ölförderung in Russland und dem Iran ist teurer als diejenige der Ölstaaten auf der arabischen Halbinsel. Und Gleiches gilt erst recht für die Schiefergasproduktion in Nordamerika.

Bei welchem Preis es sich noch lohnt

Wie das «Wall Street Journal» jüngst schrieb, liegt die Schwelle für eine rentable Schiefergasproduktion bei 70 Dollar pro Barrel. Der aktuelle Preis nähert sich dieser Grenze also gefährlich an. Der Preis für die Schiefergasproduktion befindet sich allerdings im Sinken.

Eine Studie der Beraterfirma Boston Consulting kam für die grossen Schiefergasfelder in den Vereinigten Staaten – Bakken, Eagle Ford und Permian – zu einer noch tieferen Schwelle, nämlich 60 Dollar, und das inklusive 10 Prozent Rendite. Schwieriger dürfte es aber offenbar für die Produktion aus Ölsand in Kanada aussehen. Dort sollen die Kosten noch höher sein.

Schreckt Investoren ab

Wie das «Wall Street Journal» mutmasst, würden zwar keine aktuellen Projekte unmittelbar gefährdet sein. Allerdings besteht die Sorge, dass neue Investitionen weniger wahrscheinlich würden. Verwiesen wird auf den Ölkonzern Statoil, der offenbar einige Projekte auf Eis legte.

Das Wirtschaftsblatt resümiert: «Für Saudiarabien wäre es ein Sieg, diesen Zuwachs auszubremsen. Dafür würde das Land auch niedrige Preise in Kauf nehmen.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.10.2014, 13:56 Uhr

Der Ölpreis sinkt stark, der Benzinpreis nur wenig: Was die Autofahrer dazu sagen. (Video: Anja Metzger)

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