Zinsen für spanische Staatsanleihen erreichen Höchststand

Spanien konnte sich nur zu deutlich höheren Zinsen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen. Auch in Frankreich, Italien und Portugal hat sich die Situation verschärft.

Unruhige Zeiten in Spanien – für Staat und Wirtschaft: Börsenhändler in Madrid.

Unruhige Zeiten in Spanien – für Staat und Wirtschaft: Börsenhändler in Madrid. Bild: Keystone

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Der französische Staat hat neue Staatsanleihen ausgegeben und dafür deutlich höhere Zinsen zahlen müssen. Die Papiere mit einer Laufzeit von zwei und fünf Jahren umfassten ein Gesamtvolumen von 6,97 Milliarden Euro, wie die französische Finanzagentur AFT in Paris bekannt gab. Der Zinssatz für eine Staatsanleihe mit Laufzeit bis Ende September 2013 lag bei 1,85 Prozent, nachdem bei der letzten Ausgabe Ende Oktober noch 1,31 Prozent gezahlt werden mussten. Bei einer Laufzeit bis Ende Juli 2016 lag der Zinssatz bei 2,82 Prozent und damit ebenfalls rund 0,5 Prozentpunkte höher als noch im Oktober.

Der Risikoaufschlag für zehnjährige französische Staatsanleihen erreichte unterdessen einen neuen Höchststand seit Einführung des Euro. Gegenüber deutschen Staatsanleihen lag der Aufschlag am Morgen bei rund zwei Prozentpunkten. Der erhöhte Risikoaufschlag wird als Zeichen des Misstrauens von Investoren auch wegen der französischen Staatsverschuldung gewertet. Frankreich bangt seit Monaten um seine Bestnote AAA für die Kreditwürdigkeit von Staaten. Die konservative Regierung von Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat bereits mehrere Sparpläne aufgelegt, um die Staatsverschuldung zu drücken.

Italien über der kritischen Marke

Noch deutlicher fiel der Risikoaufschlag für spanische Staatspapiere aus. Gegenüber deutschen zehnjährigen Anleihen betrug der Unterschied 4,97 Prozentpunkte, die Rendite für am Markt gehandelte Papiere erreichte damit 6,732 Prozent und damit fast die Marke von sieben Prozent, die als gefährlich für die Refinanzierungsfähigkeit von Staaten angesehen wird. Auch Spanien brachte dennoch neue zehnjährige Anleihen in einem Volumen von 3,56 Milliarden Euro auf den Markt – und musste dafür einen Zinssatz von 6,975 Prozent zahlen.

Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen sind wieder über die kritische Zinsmarke von sieben Prozent gesprungen. Sie eröffneten mit 7,11 Prozent, bevor sie auf 7,03 Prozent zurückfielen. Portugiesische Papiere standen unverändert bei 11,3 Prozent. Am Vorabend hatte die Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank Portugal bescheinigt, mit seinem Sparprogramm weitgehend im Zielkorridor zu sein, und die Auszahlung des nächsten Kredits befürwortet. (miw/AFP/dapd)

Erstellt: 17.11.2011, 13:57 Uhr

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