Wie man mit einem alten Porsche den SMI abhängt

Einige Oldtimer haben Aktien punkto Wertsteigerung hinter sich gelassen. Doch nicht jede alte Kiste verspricht Gewinne. Welche Fehler Autofans vermeiden sollten.

Der Kauf eines alten Porsche verspricht nicht nur Fahrspass, sondern manchmal auch Rendite dank der Wertsteigerung.

Der Kauf eines alten Porsche verspricht nicht nur Fahrspass, sondern manchmal auch Rendite dank der Wertsteigerung. Bild: Alexandra Wey/Keystone

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Geldanlegen ist eine an sich eher dröge Angelegenheit. Die Auswahl des richtigen Fonds oder der richtigen Aktie, die Gewichtung von Branchen, Ländern und Regionen ist schwierig und technisch. Und auch der beste Bankberater weiss am Ende nicht, was die Zukunft bringt.

Dabei gibt es eine Anlage, die nicht nur Gewinne verspricht, sondern auch Spass: Die Rede ist von Oldtimern. Gerade in Zeiten von Negativzinsen erfreut sich die Anlage in rollende Vermögenswerte nicht nur bei den Reichen steigender Beliebtheit. Mittlerweile gibt es sogar einige Indizes, welche die Wertentwicklung der relevantesten Autos nachzeichnet. Doch Experten warnen: Rendite mit schönen Autos, das ist etwas für echte Enthusiasten. «Wer einen Oldtimer nur kauft, weil er auf eine Wertsteigerung hofft, der sollte lieber die Finger davon lassen», warnt zum Beispiel Martin Heinze, Marktanalyst des auf Oldtimer spezialisierten Sachverständigen Classic-Analytics.

Index hat sich mehr als verdoppelt

Das Unternehmen berechnet in Zusammenarbeit mit dem Verband der Automobilbranche (VDA) den deutschen Oldtimer-Index. Er basiert auf den Preisen von 88 als relevant eingestuften Fahrzeugen und ihrer Preisentwicklung, gewichtet nach Zulassungszahlen. Von 2005 bis 2017 hat sich der Index mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum hat der Schweizer Aktienindex SMI nur 63 Prozent Plus geschafft.

Kein Wunder, dass Oldtimer mittlerweile als eigene Vermögensklasse angesehen werden. So hat die Südwestbank AG ebenfalls einen eigenen Index aufgelegt, den OTX. Dieser beruht auf einer engeren Auswahl von rund 20 Fahrzeugen von insgesamt acht Herstellern aus dem süddeutschen Raum, wie Audi, Porsche und BMW. Auch der OTX zeigt, dass mit alten Autos gutes Geld verdient werden konnte. Der Index schaffte von 2005 bis 2017 ein Plus von 302 Prozent. Besonders gut lief es für Besitzer eines Porsche 911 mit Oldtimer-Status, also Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind. Ihr Wert legte gemäss Index um 683 Prozent zu.

Doch es ist eben nicht damit getan, sich einen alten Boliden zu kaufen, in die Garage zu stellen und zu warten. Die Fahrzeuge müssen bewegt, gepflegt und gewartet werden. Und das kann schnell ins Geld gehen und einen möglichen Wertzuwachs auffressen. «Viele Käufer unterschätzten die laufenden Kosten», warnt Experte Heinze von Classic-Analytics. Angesichts des Booms im Oldtimer-Markt rät er gerade Anfängern, vor einem Kauf einen Experten hinzuzuziehen, um versteckte Mängel bei einem Auto zu finden.

Vorkriegsmodelle weniger gefragt

Und nicht jeder alte Wagen hat gleiches Wertsteigerungspotenzial, hat Katrin Rau beobachtet, die Geschäftsführerin der auf klassische Autos spezialisierten Touring-Garage in Oberweningen ZH. «Es hat ein Generationenwechsel bei den Käufern stattgefunden», sagt die Expertin, «die aktuellen Kunden interessieren sich weniger für Autos aus der Vorkriegszeit, daher sinken hier in der Tendenz die Preise.»

Neben dem Bestseller Porsche 911 ist laut ihrer Beobachtung der britische Sportwagen MG B nach wie vor sehr beliebt. Stark im Kommen seien auch Autos aus den 80ern wie die 3er BMW der Baureihe E30 oder auch Opels Luxuscoupé Monza. Laut Analyst Heinze würden auch japanische Sportwagen wie ein Toyota Supra auf zunehmendes Interesse stossen, was sich in steigenden Preisen niederschlage.

Beide Experten raten indes dringend davon ab, den Kauf eines alten Fahrzeugs nur aus Rendite-Gesichtspunkten in Erwägung zu ziehen. «Der Spass am Auto sollte dominieren, etwa, um sich den Traumwagen seiner Jugend zu kaufen», sagt Classics-Analytics-Experte Heinze. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.07.2018, 18:40 Uhr

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