Nicht nur China bereitet Apple Sorgen

Die Smartphone-Verkäufe von Apple stagnieren auf hohem Niveau, dafür legen andere Produkte und Dienste zu.

Nicht mehr ganz so gute iPhone-Zahlen wie auch schon bei Apple.

Nicht mehr ganz so gute iPhone-Zahlen wie auch schon bei Apple. Bild: Reuters

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Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt sind Apples Gewinn und Umsatz in einem Weihnachtsquartal gesunken. Der Umsatz lag mit 84,3 Milliarden Dollar um 5 Prozent tiefer als im Vorjahr. Beim Gewinn ist der Rückgang deutlich kleiner. Statt wie im Vorjahr 20,1 Milliarden waren es heuer 19,97 Milliarden.

Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist das schwächelnde iPhone-Geschäft mit einem Umsatzrückgang von 15 Prozent. Da hilft auch die Umsatzzunahme der restlichen Produkte um 19 Prozent nicht viel, da das iPhone rund zwei Drittel des Apple-Umsatzes ausmacht.

Die rückläufigen iPhone-Zahlen führte Apple-Chef Tim Cook auf zwei Faktoren zurück: Zum einen mache dem Konzern die weltweite und vor allem die chinesische Wirtschaftslage zu schaffen. Zum anderen liege es daran, dass die Kunden ihr Telefon länger behielten. Gerade Letzteres zeichnet sich seit Jahren ab.

Da Smartphones ein Entwicklungsplateau erreicht haben, sinkt das Bedürfnis, alle zwei Jahre ein neues zu kaufen. Auch Neukunden und neue Märkte sind immer schwieriger zu finden. Wer ein Smartphone will, hat vermutlich schon eins.

Ein absehbares Ende

Da Apple dank dem iPhone wie kaum ein anderes Unternehmen vom Smartphone-Boom profitiert hat, war ein Ende der Rekordgewinne nur eine Frage der Zeit. Man muss schon ein ziemlicher Optimist sein, um nun weitere Smartphone-Rekorde und -Superlative zu erwarten. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sich die Lage in den nächsten Jahren beruhigt.

Und da kommt Apple die erstmals veröffentlichte Zahl der weltweit aktiven iPhones zugute: Mit 900 Millionen Handys (und insgesamt 1,4 Milliarden Apple-Geräten) verfügt der Konzern über eine grosse Nutzerbasis. Dass der Konzern nun diese Kennzahl und nicht mehr die Anzahl verkaufter Geräte publiziert, ist ein deutlicher Hinweis, dassder Konzern künftig noch mehr Gewicht auf den Verkauf von Services legen wird.

Ein Video-Streamingdienst wird noch für dieses Jahr erwartet. Der Konzern hat bereitsverschiedene Serien und Filme bestellt und zahlreiche Filmschaffende und TV-Profis unter Vertrag genommen. Darunter auch die amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey.

Fürs Musikgeschäft sei das vergangene Quartal das erfolgreichste seit der Lancierung des iTunes-Store vor 16 Jahren gewesen. Die Abkehr vom Verkauf einzelner Songs und Alben hin zu einem Streaming-Abo scheint sich mit 50 Millionen regelmässig zahlender Kunden bereits zu lohnen.

Gehen die Preise runter?

Insgesamt habe sich bei den drei neuen iPhones das günstigste iPhone XR (ab 880 Franken) am besten verkauft. Das teuerste iPhone XS Max (ab 1300 Franken) folgte auf Platz zwei. In den USA seien die Preise genau richtig gewesen, gab Tim Cook zu Protokoll.

Im Ausland jedoch habe es wegen ungünstiger Wechselkurse und weggefallener Telecomsubventionen bereits erste Preiskorrekturen gebraucht. Man darf gespannt sein, ob Apple in den nächsten Jahren dennoch wieder ein günstigeres iPhone ins Sortiment aufnimmt oder die aktuellen Modelle Jahr für Jahr im Preis senkt.

Bei den anderen Produkten konnte Apple durchs Band zulegen. Sowohl beim iPad als auch beim Mac geht es nach oben, und der Wearables-Bereich (Apple Watch und Airpod/Beats-Kopfhörer) allein nähert sich inzwischen der Grösse einer Fortune-200-Firma. Das entspräche einer Firma wie Novartis oder HP.

So gesehen darf es nicht überraschen, dass es der Konzern nicht eilig hat mit einer Apple Brille oder gänzlich neuartigen Produkten im Tansport- oder Gesundheitsbereich. Apples nächster Erfolgsgarant nach dem iPhone ist kein Gadget. Es ist die grosse Nutzerbasis. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.01.2019, 12:56 Uhr

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