Der Tag der Megatrends

Bundesrat Ignazio Cassis am «Tag der Wirtschaft» der Wirtschaftskammer Baselland.

Megatrend. Rund 3300 Gäste kamen zum diesjährigen Tag der Wirtschaft in die St.Jakobshalle.

Megatrend. Rund 3300 Gäste kamen zum diesjährigen Tag der Wirtschaft in die St.Jakobshalle. Bild: Nicole Pont

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Münchenstein. Wenn die Wirtschaftskammer Baselland ruft, kommen sie alle, die gesamte KMU-Welt, aber auch Wissenschaft und Politik. Und jedes Jahr kommt auch ein Bundesrat, diesmal war es Aussenminister Ignazio Cassis, der einen internationalen Megatrend betonte: «Aussenpolitik ist Innenpolitik.» Das ist zwar in vielen Ländern schon lange so, hat sich aber in den letzten Jahren massiv akzentuiert. Und noch vor 20 Jahren hätte wohl kein Bundesrat so explizit betont, dass die Aussenpolitik implizit immer den Konflikten und politischen Strömungen im Innern des Landes folgt.

Wie denn diese Strömungen sein könnten und welche das Zeug zu einem Megatrend oder doch nur zu einem Hype haben, versuchten Referenten unter Anleitung von Rainer Maria Salzgeber zu ergründen. Grundsätzlich kristallisierten sich mehrere Trends heraus, welche für die regionale und internationale Wirtschaft mittel- und langfristig prägend sein werden. Einer davon ist ein möglichst schonender Umgang mit Ressourcen. So zeigte etwa Lorenz Isler, Nachhaltigkeitsmanager von Ikea, auf, wie das Unternehmen künftig seinen Material- und Energieverbrauch reduzieren will, aber auch Möbel zurückkaufen und weiterverwenden will, um die Abfallmengen zu reduzieren.

Ein weiterer Megatrend ist die alternde Gesellschaft. Das hat finanzielle Konsequenzen, weil viele Menschen nach der Pensionierung schon heute im Schnitt noch 20 und mehr Jahre leben, es hat aber auch wirtschaftliche Folgen. Denn jeder möchte möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben. Dafür hat die Firma Caru ein System entwickelt, das wie Amazons Alexa funktioniert, ein Lautsprecher und Empfänger, der mit dem Internet verbunden ist und der auf Sprachbefehl Anrufe und anderes machen kann.

Caru registriert auch «Gewohnheitsmuster», etwa über einen Temperaturfühler die Zeit des Lüftens oder über einen Lichtsensor das Lichterlöschen. Es schlägt Alarm, wenn dieses Muster abbricht und jemand vielleicht hilflos am Boden liegt. Ebenfalls um die eigenen vier Wände kümmert sich die Firma kleinhaus.ch, die nach dem Vorbild des «Stöckli», dem Alterssitz der Berner Bauern, kleine, vollwertige Häuser baut, ideal für die alternde Single-Gesellschaft der Zukunft. Swiss Innovation Challenge

Die Swiss Innovation Challenge, der Preis, der an der Veranstaltung ebenfalls vergeben wurde, trug allerdings eine Firma davon, die etwas sehr Altertümliches und typisch Schweizerisches macht, die Firma SKaD-Labs. Sie hilft Maschinenbauern beim Zeichnen ihrer Werkstücke. Allerdings kann die neue Software von SKaD-Labs nicht nur zeichnen, sondern die Funktion der Teile simulieren und so feststellen, ob sie zu schwach oder zu schwer dimensioniert sind. Das Programm kürzt den Konstruktionsprozess um mehrere Schritte ab. Und weil vom Velo bis zum Flugzeug alles Maschinenbau ist, kann die Idee ganze Industrien auf den Kopf stellen. Manchmal sind die wichtigsten Megatrends jene, die man noch nicht einmal richtig wahrgenommen hat. (Basler Zeitung)

Erstellt: 23.11.2018, 10:00 Uhr

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