Für Pommes frites gelten in der EU nun schärfere Regeln

Imbissbetriebe sollen übermässiges Frittieren von Pommes frites vermeiden, Lebensmittelhersteller Brot möglichst hell backen. Ab sofort gilt eine neue EU-Verordnung.

Acrylamid bildet sich unter hohen Temperaturen beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln aus der Aminosäure Asparagin und aus Zuckern. (Archiv)

Acrylamid bildet sich unter hohen Temperaturen beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln aus der Aminosäure Asparagin und aus Zuckern. (Archiv) Bild: Ina Fassbender/Keystone

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Lebensmittelhersteller und Imbissbetriebe müssen ab dem (heutigen) Mittwoch neue EU-Regeln zur Eindämmung des als krebserregend geltenden Stoffes Acrylamid einhalten. Die Vorgaben sehen unter anderem vor, ein übermässiges Frittieren von Pommes frites zu vermeiden.

Auch Brot soll möglichst hell gebacken werden. Zudem müssen Produkte künftig bereits so hergestellt werden, dass bei ihrer Zubereitung so wenig Acrylamid wie möglich entstehen kann.

Nachweislich krebserregend

Acrylamid bildet sich unter hohen Temperaturen beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln aus der Aminosäure Asparagin und aus Zuckern. Betroffen sind vor allem Produkte auf Kartoffel- oder Getreidebasis sowie Kaffee.

Die neuen Regeln wurden im vergangenen Jahr beschlossen, weil angemahnte freiwillige Massnahmen zur Reduzierung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln nicht den erhofften Erfolg gebracht hatten. Ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor bestätigt, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen potenziell erhöht.

Bei Inkraftreten in der EU hat die Verordnung (EU) 2017/2158 keine direkte Auswirkungen in der Schweiz. Es ist jedoch vorgesehen die Bestimmungen auch ins Schweizer Recht zu übernehmen. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018 wird dazu eine Vernehmlassung durchgeführt werden.

Auswirkungen in der Schweiz

Der Bund hat bereits vor über 15 Jahren zusammen mit betroffenen Lebensmittelunternehmen Massnahmen zur Reduktion der Acrylamidbildung ergriffen. Diese zielen auf die spezifische Anpassung der Verfahren in der industriellen Herstellung von Lebensmitteln ab, teilt Nathalie Rochat, Mediensprecherin des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, auf Anfrage mit.

Die Erfolgskontrollen zeigten, dass die Konzentrationen von Acrylamid in industriell gefertigten Produkten stabil auf tiefem Niveau gehalten werden konnten. Weiter hat der Bund auf der Website des BLV für die Konsumentinnen und Konsumenten Empfehlungen zur Lagerung und Zubereitung von Kartoffeln abgegeben. (nag/sda)

Erstellt: 11.04.2018, 09:22 Uhr

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