BASF streicht 350 Stellen bei ehemaliger Ciba

Schlag für den Chemiestandort Basel: BASF baut in der Region 350 Stellen ab. Die Deutschen hatten 2008 die Ciba Spezialitätenchemie übernommen.

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Am 15. September 2008 hatte BASF die Übernahme der Ciba Spezialitätenchemie angekündigt: Das Logo der Firma am damaligen Hauptsitz an der Klybeckstrasse in Basel. Bild: Keystone

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Einer Restrukturierung beim Chemiekonzern BASF fallen 350 Stellen in der Schweiz zum Opfer. Die Standorte Basel und Schweizerhalle würden zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bis Ende 2015 neu ausgerichtet, teilte der Konzern mit. BASF will zudem das Basler Klybeck-Areal verkaufen.

Basis für Gespräche mit der Personalvertretung bilde der bestehende Sozialplan. BASF wolle «für möglichst viele betroffene Mitarbeitende Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Gruppengesellschaften finden». Die Gewerkschaft Syna protestiert, entgegen dem GAV nicht vorinformiert worden zu sein.

Wie viele Entlassungen vorgesehen sind, ist laut einem Firmensprecher noch unklar. Es werde auch zu internen Versetzungen und Frühpensionierungen kommen. Heute beschäftigt der Chemie-Weltmarktführer BASF in der Schweiz insgesamt 2600 Personen, davon 875 in Basel und 270 in Schweizerhalle.

Von Basel nach Ludwigshafen und Hongkong

Reorganisiert werden insbesondere die Geschäftseinheiten Plastikadditive und Pigmente: Neben Standardisierung und Sortimentsbereinigung sei diesen in Asien neue Konkurrenz erwachsen.

Bei den Pigmenten werden das europäische Produktmanagement sowie weitere Bereiche in Ludwigshafen (D) gebündelt. Die Leitung des weltweiten Produktmanagements wird in Hongkong konzentriert. Das soll unter anderem Synergien bringen.

Bei den Plastikadditiven sei eine «marktnähere Aufstellung» vorgesehen: Dabei sollen «vernetzte Kompetenzzentren an unterschiedlichen Standorten weltweit» mehr Effizienz bringen. Unterstützende Funktionen würden in Ludwigshafen zusammengefasst.

Klybeck-Areal vor Verkauf

Der Abbau beider Einheiten in Basel hat Folgen für übergreifende Servicefunktionen wie Einkauf und IT. Das Forschungszentrum Basel (Standorte Basel Rosental und Schweizerhalle) wird zudem weniger für diese Einheiten gebraucht; es soll stärker auf Wachstumsfelder wie Organische Leuchtdioden (OLED) und anderes fokussiert werden.

Für das BASF-Klybeck-Areal, das vis-à-vis des Novartis-Campus' am Kleinbasler Rheinufer liegt, werden nun ein neues Nutzungskonzept oder ein Verkauf geprüft. Der Verkauf jener Immobilien ist laut dem Sprecher wahrscheinlich.

Schon heute werde die komplexe Infrastruktur in den Basler Arealen Klybeck und Rosental ungenügend genutzt; die Reorganisation verschlechtere die Auslastung noch. - Nicht betroffen von der Neustrukturierung ist die Sparte Papierchemikalien, die ihren Hauptsitz in Basel hat.

Proteste gegen Forschungs-Abbau

Die baselstädtische Regierung ist «bestürzt und enttäuscht» über den von BASF angekündigten Abbau im Raum Basel. Sie fordert nachdrücklich möglichst wenig Entlassungen und einen «grosszügigen Sozialplan», wie sie am Dienstag mitteilte. Weiter verlangt sie, dass BASF alle Lehrverhältnisse beibehält.

Die Kantonsregierung verweist auf den BASF-Gesamtumsatz von rund 70 Milliarden Euro weltweit und den Konzerngewinn (Ebit vor Sondereffekten) von fast 7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Besorgt ist die Regierung ferner darüber, dass der Abbau diesmal auch die Forschung betrifft. Sie verlangt von BASF weitere Erklärungen.

Der Verband Angestellte Schweiz äussert sich in einem Communiqué ebenfalls beunruhigt über den Abbau bei Produktmanagement und Forschung als Kernfunktionen. Das lasse für das Verbleibende in Basel «wenig Gutes erahnen». Strukturwandel sei unaufhaltsam; dennoch dürfe am Werkplatz Basel das wertvolle Chemie-Knowhow nicht verloren gehen.

Weltmarktleader BASF, der 2008 den Basler Spezialchemiekonzern Ciba übernommen hatte, hatte vor Jahresfrist bereits angekündigt, bis im zweiten Semester 2013 in Basel 40 von damals rund 900 Arbeitsplätzen aufzuheben. Auch BASF zieht es aus Kostengründen zunehmend nach Asien. (rub/sda)

Erstellt: 23.04.2013, 11:38 Uhr

Roche baut Jobs in Deutschland und USA ab

Der Pharmakonzern Roche baut die Geschäftssparte Diagnostics um. Dadurch gehen in Deutschland und den USA rund 170 Stellen verloren. Die Sparte Applied Science, die sich unter anderem mit Zellforschung und Molekularbiologie beschäftigt, wird per Ende 2013 aufgelöst, wie Roche heute mitteilte. Sie wird in die Bereiche Molecular Diagnostics und Professional Diagnostics integriert.

Betroffen vom Umbau der Sparte sind rund 110 Angestellte am deutschen Standort Penzberg und 60 in Branford in den USA. Der Konzern setze sich dafür ein, dass für die Mitarbeiter eine sozial verträgliche Lösung gefunden werde, heisst es in der Mitteilung. (sda)

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