Der harte Kampf um den virtuellen Einkaufskorb

Coop@Home hat zuletzt gegenüber Marktführer Le Shop aufgeholt. Nun könnte sich bei der Migros-Tochter einiges ändern.

Bereit zur Auslieferung: Le Shop ist der grösste Online-Lebensmittelhändler der Schweiz, doch die Konkurrenz holt auf.

Bereit zur Auslieferung: Le Shop ist der grösste Online-Lebensmittelhändler der Schweiz, doch die Konkurrenz holt auf. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Coop@Home und die Migros-Tochter Le Shop sind die zwei grössten Schweizer Online-Lieferdienste für Lebensmittel. Le Shop hat beim Umsatz die Nase vorn. Doch seit einiger Zeit wächst Coop@Home schneller als die Migros-Tochter. Wenn das auch schwierig zu eruieren ist, weil vom Coop-Shop nur wenige Zahlen veröffentlicht werden. Doch soll sich der Trend derzeit akzentuieren. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Umsatz von Coop@Home derzeit um rund 10 Prozent zulegen soll.

Le Shop wuchs zuletzt langsamer. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 0,5 Prozent. Im Vergleich zur Konkurrenz ein bescheidener Wert. Auch wenn es mehr als beim klassischen Detailhandel ist, der in der Schweiz laut den Marktforschern von GFK praktisch stagniert.

Laut der «SonntagsZeitung» könnte sich nun bei Le Shop einiges ändern. So wird allenfalls auch der Name des Onlineshops zur Diskussion gestellt werden. Offenbar wird beim Detailhändler über einen Namen nachgedacht, der stärker an die Migros erinnert. Denn im Gegensatz zu Coop@Home hat Le Shop auf den ersten Blick nichts mit dem orangen Riesen zu tun.

Le Shop durch die Gründer geprägt

Einen Namenswechsel erachtet Detailhandelsexperte Thomas Lang als keine gute Idee. Lang ist Inhaber des E-Commerce-Beratungsunternehmens Carpathia. «Die Marke Le Shop ist bekannt, und die Kunden wissen meiner Ansicht nach auch, dass sie zur Migros gehört.» Das würden auch Umfragen zeigen. Er hat den Eindruck, dass bei Le Shop derzeit viel auf dem Prüfstand stehe. «Der Kurs der Firma war auch nach der Übernahme durch Migros vor mehr als zehn Jahren immer noch geprägt durch ihre Gründer», so Lang. Nun fände dort ein Kulturwechsel statt.

Die Firmengründer fehlen künftig in der Führungsetage von Le Shop. Vor kurzem hat Christian Wanner, einer der Mitgründer von Le Shop, dem Unternehmen den Rücken gekehrt. Mit Dominique Locher und Sacha Herrmann haben jüngst ebenfalls langjährige Le-Shop-Führungskräfte die Firma verlassen. Laut dem Artikel der «SonntagsZeitung» könnte der Onlinehändler nun näher an die Migros rücken.

Neue Konkurrenz

Der Online-Lebensmittelhandel ist ein komplexes Geschäft. Wachstum ist mit hohen Investitionen verbunden, erklärt Lang von Carpathia. Die Logistik sei sehr teuer. Es sei kostspielig, frische Produkte zur richtigen Zeit an die Haustüre zu liefern. Das unterscheide den Lebensmittelhandel über das Internet vom normalen Detailhandel. Daher kann er laut Lang nicht so schnell wie ein Händler wachsen, der beispielsweise Kleider über das Internet verkauft. «Es ist nicht besonders aufwendig, Wein oder Pasta auszuliefern, doch Frischeprodukte wie Tomaten nach Hause zu bringen, ist eine grosse Herausforderung.»

Dennoch lancierte Coop zuletzt neue Onlineangebote. So hat Coop@Home jüngst eine Online-Fischtheke lanciert. Kunden können sich nun ganze oder filetierte Fische nach Hause liefern lassen.

Immer wieder heisst es zudem, dass neue Anbieter auf den Schweizer Markt drängen. So verschickt etwa der Discounter Lidl seit kurzem Kochboxen mit Zutaten für ein Gericht. Es wird auch schon länger über einen Markteintritt des Amazon-Lieferdienstes Pantry spekuliert. Von mehr Konkurrenz würden hiesige Kunden sicher profitieren. Doch es sei für einen neuen Anbieter nicht einfach, auf den Schweizer Markt zu kommen, so Lang. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.10.2017, 15:37 Uhr

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