Drei Fragen zum Totalausfall bei E-Postfinance

Die Kunden von Postfinance können nicht aufs E-Banking zugreifen. Was sollen sie tun? Haftet die Post für Schäden?

Hier geht nichts mehr: Fehlermeldung auf der Website der Postfinance.

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Banken haben sonntags geschlossen, für E-Banking-Portale sollte das nicht gelten. Trotzdem kamen Postfinance-Kunden, die gestern ihre Zahlungsgeschäfte online erledigen wollten, nicht weit – wegen einer Systemstörung. Über Nacht habe es kurzzeitig so ausgesehen, als ob das Problem behoben wäre, sagt Postfinance-Sprecher Johannes Möri. «Doch leider funktioniert das Portal immer noch nicht, und zwar flächendeckend.» Die Postfinance hat rund 1,7 Millionen E-Finance-Nutzer.

Die Ursache für die Störung ist laut Möri noch nicht bekannt. In der Vergangenheit sei es nach Software-Updates oder ähnlichen technischen Umstellungen vereinzelt zu solchen Ausfällen gekommen. Das sei diesmal aber nicht der Fall. Möri kann deshalb auch noch nicht abschätzen, wann die Probleme behoben sein werden. Hinweise auf ein «sicherheitsrelevantes Ereignis» gebe es bis jetzt nicht. Kundendaten sind laut Möri nicht gefährdet.

Kurz nach dem Mittag meldete Postfinance per Twitter, dass die Situation sich verbessert habe: «Der Zugriff ist mehrheitlich möglich, die Störung aber nicht vollständig behoben.»

  • Was sollen Kunden nunmehr tun, die dringend Bankgeschäfte erledigen müssen? Laut Postfinance funktionieren die Systeme an den Postschaltern störungsfrei, sodass Zahlungen beispielsweise dort vorgenommen werden könnten.
  • Eine Haftung für allfällige Schäden aufgrund des Totalausfalls beim E-Banking schliesst das Kreditinstitut zwar aus. Allerdings müsste das Unternehmen etwa bei verhinderten Börsengeschäften jeweils den Einzelfall prüfen, sagte der Sprecher zur SDA.
  • Eine solche flächendeckende Panne gab es bei Postfinance das letzte Mal im September 2016. Damals habe der technische Defekt aber binnen Stunden behoben werden können.

Dass der Ausfall mehr als 24 Stunden andauere, sei sehr ungewöhnlich, sagt Christoph Hugenschmidt, Gründer des Onlinemagazins Inside-it.ch. «Normalerweise sind Online-Banking-Systeme sehr stabil und mehrfach abgesichert. Es ist bedenklich, dass ein seit Jahren erprobtes und für die Schweizer Wirtschaft derart wichtiges System wie jenes der Postfinance so lange ausfällt.»

* mit Material der Agentur SDA (fko)

Erstellt: 09.01.2017, 09:28 Uhr

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