Flughäfen, Kosten, Sicherheit – so steht es um die Schweizer Luftfahrt

Die schweizerische Zivilluftfahrt ist zunehmend der Konkurrenz aus der Golfregion ausgesetzt. Kein Wunder wird der Ruf nach Hilfe lauter.

Wohin die Reise? Blicke auf eine Airbus A330 der Swiss in Kloten. (Archiv)

Wohin die Reise? Blicke auf eine Airbus A330 der Swiss in Kloten. (Archiv) Bild: Keystone

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Die Schweizer Luftfahrt sei in vielen Bereichen wettbewerbsfähig, teilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) am Mittwoch zu dem Bericht mit. Die Fluggesellschaften, die Flughäfen und die Flugsicherung würden ihre Aufgaben unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen mit hoher Effizienz erfüllen.

So war das Wachstum im Passagierverkehr in der Schweiz gegenüber Europa in den letzten drei Jahren leicht und gegenüber 2005 stark überdurchschnittlich, wie es im Bericht heisst.

Der Flughafen Zürich sei bei der Infrastruktur bezüglich Start-/Landebahnsystem klar benachteiligt. Bei den zahlreichen Ausbauvorhaben europäischer Flughäfen und dem Verkehrswachstum werde dieser Nachteil immer gravierender. Und auch Genf habe diesbezüglich klare Defizite.

Die Schweizer Flughäfen seien zudem bei den Sicherheitskosten benachteiligt, da deren Deckung im Gegensatz zu vielen Standorten im Ausland nicht grossenteils vom Staat, sondern von den Flughäfen sichergestellt werden müssten. Die Flugsicherungsgebühren seien in der Schweiz zudem sehr hoch und die Betriebszeiten in Zürich gehörten beispielsweise im Europavergleich mitunter zu den restriktivsten.

Kapazitätsengpässe und Kostendruck

Bei den Aussichten zeigen sich gemäss Bazl zunehmende Kapazitätsengpässe auf den beiden Flughäfen Zürich und Genf sowie ein steigender Kostendruck. So hätten die Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten deutlich bessere Rahmenbedingungen als die europäischen und schweizerischen Fluggesellschaften.

Golf Airlines und Turkish Airlines könnten auf ihren Heimflughäfen insbesondere von deutlich tieferen Kostenstrukturen und weniger betrieblichen Einschränkungen wie beispielsweise Nachtflugsperren profitieren. Zudem würden in dieser Region die Flughafeninfrastrukturen und die Flugzeugflotten massiv ausgebaut. Anderseits könnten die Schweizer Flughäfen auch dank den Golf-Airlines von zusätzlichen Passagieren profitieren.

In jüngster Zeit belasteten die Auswirkungen der Frankenstärke den Flugverkehr zusätzlich. Im Interkontinentalverkehr müssten die Schweizer Airlines zudem mit einer Schwächung ihrer Marktposition gegenüber der Konkurrenz aus dem Golf und der Türkei rechnen.

Öffentliche Hand soll Sicherheitskosten zahlen

Aerosuisse, der Dachverband der Schweizer Luft- und Raumfahrt, fordert angesichts des Berichts bessere Rahmenbedingungen. Damit die Schweizer Fluggesellschaften wettbewerbsfähig blieben, müssten unter anderem ihre vergleichsweise hohen Kosten für Sicherheit und Lärm gesenkt werden, fordert Aerosuisse.

Als konkrete Massnahmen schlägt der Verband vor, dass der Bund die Luftfahrtberufe fördern soll und dass die öffentliche Hand die hoheitlichen Sicherheitskosten für die Terrorabwehr und den Schutz von Aussengrenzen übernimmt. Beide Massnahmen würden die Luftfahrbranche deutlich entlasten.

Aerosuisse weist auch darauf hin, dass sich bei der Pünktlichkeit bereits Kapazitätsengpässe auf den Landesflughäfen negativ bemerkbar machten. Aufgrund des stetig zunehmenden Passagiervolumens zeichne sich keine Besserung ab, sofern nicht die Infrastrukturen und die Betriebsreglemente der Flughäfen optimiert würden.

Das Monitoring wurde durch die Münchner Intraplan Consulting im Auftrag des Bazl, der Aerosuisse, der Skyguide, der Swiss sowie der Swiss International Airports Association durchgeführt. (sda)

Erstellt: 18.03.2015, 13:42 Uhr

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