Kinderpornografie in Bitcoin-Blockchain gefunden

Auf der Bitcoin-Blockchain wird nicht nur virtuelles Geld hin und her geschoben, sondern es werden auch illegale Inhalte gespeichert.

Umstrittene Technologie: Server in Island.

Umstrittene Technologie: Server in Island. Bild: Stringer/Reuters

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Der Hype um Blockchains ist gross. In den dezentralisierten Datenbanken kann aber nicht nur virtuelles Geld wie Bitcoin verwaltet werden, sondern es können auch illegale Inhalte gespeichert werden. Forscher aus Aachen haben entdeckt, dass Unbekannte die Bitcoin-Blockchain nutzen, um kinderpornografische Inhalte zu speichern.

Denn auf der Blockchain wird nicht nur jede Bitcoin-Transaktion aufgezeichnet, sozusagen in einem dezentralen Buchführungssystem, sondern es können auch kleinere Mengen an nichtfinanziellen Daten gespeichert werden. Diese Daten beinhalten meist Notizen über die Bitcoin-Transaktion oder andere Metadaten. Dieser zusätzliche Speicherplatz kann auch zum Speichern von Links oder Dateien verwendet werden.

Links aufs Darknet

Die Aachener Forscher haben entdeckt, dass in der Bitcoin-Blockchain derzeit rund 1600 Dateien gespeichert sind. Davon seien 99 Prozent Texte oder Bilder. «Unter diesen gab es klar problematische Inhalte, zum Beispiel Links zu Kinderpornografie, die an alle Bitcoin-Teilnehmer verbreitet wurden», heisst es in der Studie.

Mindestens acht Dateien mit sexuellem Inhalt seien gespeichert, darunter ein Bild von Kindesmissbrauch und zwei Dateien, die 274 Links zu Websites mit Kinderpornos enthalten. 142 davon verweisen ins Darknet.

Könnte Blockchain illegal machen

Der Fund könnte Auswirkungen auf alle, die auf die Blockchain zugreifen, haben. «Obwohl es noch keine Gerichtsurteile gibt, deuten Gesetzestexte aus Ländern wie Deutschland, Grossbritannien oder den USA darauf hin, dass illegale Inhalte, wie zum Beispiel Bilder von Kindesmissbrauch, die Blockchain für alle Nutzer illegal machen können», so die Forscher.

Nicht jede Bezahlung mit Bitcoin erfordert eine Kopie der Blockchain. Für gewisse Prozesse wie das Bitcoin-Schürfen müssen allerdings die gesamte Blockchain oder Teile davon heruntergeladen werden. Da alle Blockchain-Daten von den Nutzern heruntergeladen und gespeichert würden, hafteten sie für alle anstössigen Inhalte, die von anderen zur Blockchain hinzugefügt würden, schreiben die Forscher.

Folglich wäre es illegal, an diesem System teilzunehmen, sobald es illegale Inhalte enthalte, so die Forscher: «Wir gehen davon aus, dass illegale Blockchain-Inhalte in Zukunft Blockchain-basierte Systeme wie Bitcoin gefährden können».

«Sicherer Hafen fürs Verbreiten von Pornos»

Es ist nicht die erste Warnung vor dem Missbrauch der Blockchain-Technologie: 2015 wies Interpol bereits darauf hin, dass wegen des Designs der Blockchain die Möglichkeit bestehe, Malware einzuspeisen und dauerhaft zu hosten, ohne dass man diese Daten löschen könne. Dies könne dazu führen, dass die Blockchain ein «sicherer Hafen» für das Verbreiten von Kinderpornos werden könnte, schrieb Interpol damals. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.03.2018, 11:18 Uhr

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